Komarno (Janowice Wielkie)

Komarno
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Komarno (Polen)
Komarno (Polen)
Komarno
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Karkonoski
Gmina: Janowice Wielkie
Geographische Lage: 50° 56′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 50° 55′ 32″ N, 15° 52′ 13″ O
Einwohner: 916 (2022)
Postleitzahl: 58-500
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DJE

Komarno (deutsch Kammerswaldau) ist ein Ort in der Landgemeinde Janowice Wielkie im Powiat Karkonoski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt im Bober-Katzbach-Gebirge. Ortsteil von Komarno ist Chałupy (umgangssprachlich Kolonia Komarno).

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Waldhufendorf „Kemreswalde“ im Jahr 1305. Nachrichten über eine damals existierende Kirche stammen aus dem Jahr 1318.

Erster Besitzer von Kammerswaldau soll 1549 Balthasar von Zedlitz gewesen sein, dessen Familie eigenen Angaben zufolge um 1270–1280 aus dem Voigtland nach Schlesien eingewandert war. 1686 verkaufte der Stadtrat von Hirschberg die Obergerichte über Kammerswaldau an Friedrich von Zedlitz „für 100 Rthlr. baare Zahlung“. Im Jahr 1770 gehörte Kammerswaldau dem Johann August Baron von Bothmer.

Um 1786 lebten in Kammerswaldau 160 Häusler, 28 Kleinbauern und 20 Bauern, der Ort war auch Zentrum der Heimweberei; zu dieser Zeit gab es im Ort eine evangelische und eine katholische Kirche; in Aufzeichnungen wird auch eine 1742 gegründete evangelische Schule erwähnt. Im 19. Jahrhundert gab es bereits 213 Häuser, ein Herrenhaus, zwei Bauernhöfe, eine Windmühle und Wassermühlen.

Nach dem Tode des Barons Johann August von Bothmer 1804 ging Kammerswaldau an einen General Lindner über, dem es bis 1830 gehörte. Diesem folgte bis 1837 Frau Landrätin von Stosch, geborene von Mustowska. 1837 erwarben es der Kommerzienrat Johann Friedrich (1784–1842) und dessen Ehefrau Luise Lösch, geborene Hollmann aus Breslau. Sie und ihre Nachfahren lebten auf dem Schloss Kammerswaldau. Deren Sohn, Heinrich Balthasar von Loesch, Landesältester und Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft sowie Rittergutsbesitzer auf Kammerswaldau erbte 1861 den elterlichen Besitz. Er wurde 1872 geadelt, seitdem schreibt sich die Familie mit „oe“. Dessen Sohn, Ernst Heinrich von Loesch, verheiratet mit Martha, geborene von Boineburg, sollte der letzte Kammerswaldauer Gutsbesitzer sein. Er starb 1945 in einem Flüchtlingslager in Hoyerswerda an Diphtherie. Sein Sohn, Achim von Loesch, wurde als letzter Spross seiner Familie am 16. Juli 1923 in Kammerswaldau geboren.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann Kammerswaldau wegen seiner landschaftlich malerischen Lage, den Tourismus zu nutzen. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es vier Beherbergungsbetriebe, einer war ein Hofgasthof.

Infolge des Zweiten Weltkriegs fiel Kammerswaldau zur Verwaltung an Polen und wurde in Komarno umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Bis 1970 gab es eine große Mühle. In den 1980er Jahren gab es im Dorf etwa 111 Bauernhöfe, deren Zahl bis Ende der 1980er Jahre auf 46 sank.

Sehenswürdigkeiten

Evangelische (links) und katholische Kirche
Evangelische Kirche innen
Schlosspark

Personen

Literatur

Commons: Komarno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ https://www.e-karkonosze.pl/komarno/ Polnische Webseite e-karkonosze.pl
  2. ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 464
  3. ↑ https://vskschlesien.de/projekte/bethauskirche/ Artikel auf der Webseite vskschlesien.de