Die Kapeller (auch Capeller oder Herren von Capellen genannt) waren ein bedeutendes österreichisches Adelsgeschlecht des 12. bis 14. Jahrhunderts mit Lebensmittelpunkt in Österreich ob der Enns (Oberösterreich). Ihre Macht beruhte auf dem politischen Erfolg von König Rudolf I. von Habsburg im Ringen mit König Ottokar II. Přemysl. Mit Eberhard II. starben die Kapeller im Jahre 1406 aus.
Der Name der Kapeller leitet sich vom Stammsitz des Geschlechtes auf einem kleinen bewaldeten Hügel in Kappling bei Gunskirchen ab. Nachdem die Kapeller zahlreiche weitere Besitzungen erworben hatten, verließen sie ihren Stammsitz, welcher im Laufe der Zeit verfiel. Noch 1680 standen zu „Kapling die Mauerreste eines Kirchleins“, welche heute verschwunden sind. Im Nachlass der Sammlung Walter Neweklowsky wird der Stammsitz der Kapeller als „verschwundene Burg“ klassifiziert. Der genaue Standort der Burganlage ist laut Bundesdenkmalamt nicht mehr feststellbar.
In den ältesten Urkunden findet man die Kapeller als Edelfreie („nobiles“) des Landes. Sie hatten schon früh Beziehungen zu den Geschlechtern der Starhemberger, Losensteiner und Volkenstorfer, obwohl sie ihnen an Rang noch nicht gleich kamen. In den Zeugenreihen der Urkunden kommen sie zumeist vor oder nach den Volkenstorfern zu stehen.
Noch in den 1130er-Jahren wurden Beringer de Capelle und ein paar weitere Zeugen explizit als „Freie“ bezeichnet („Hi omnes liberi sunt“).
Die ursprünglich freien Kapeller begaben sich um 1138 freiwillig in die Abhängigkeit der Markgrafen von Steyr. Als nämlich der Salzburger Erzbischof Konrad I. am 22. Februar 1138 die Gründung von Stift Rein bestätigte und am 10. Oktober 1139 dem Stift Admont die Zehente des Otto von Machland zusagte, wurden die Kapeller bereits zur Traungauer Ministerialität gezählt. Zu diesem Übertritt könnte sie bewogen haben, dass sich die Kapeller einerseits nicht mächtig genug fühlten, den beginnenden Bestrebungen nach fürstlicher Herrschaftsbildung durch die steirischen Markgrafen erfolgreich Widerstand leisten zu können, und dass sich andererseits der Status der unfreien Ministerialen immer mehr jenem der Edelfreien angenähert hatte und ehemalige Freie möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Ministerialen hatten.
Die Kapeller beteiligten sich mit Geld und Soldaten stets führend an den kriegerischen Unternehmungen ihrer Landesherren. Nach dem Wechsel der Landesherrschaft standen sie auch dem Böhmenkönig Ottokar II. Přemysl loyal gegenüber, wechselten aber rechtzeitig zu Rudolf von Habsburg, zu dessen Erfolg sie entscheidend beitrugen. Rudolfs Dankbarkeit dafür war maßgeblich für die weitere Entwicklung der Kapeller.
Gelegentlich werden die Kapeller zu den oberösterreichischen Apostelgeschlechtern gezählt, was aber unzutreffend ist, denn ihre Bedeutung erlangten sie erst als Ministeriale zur Zeit der Habsburger und Walseer.
Im Laufe ihrer Familiengeschichte hatten die Kapeller folgende Landgerichte inne.
Landgerichte im heutigen Oberösterreich:
Landgerichte im heutigen Niederösterreich:
Blasonierung: Das Stammwappen zeigt den Schild fünfmal in Rot und Silber im Bogenschnitt schräg rechts geteilt; auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken zwei goldene Hörner.
Während die Herren von Walsee ihre Machtposition in Oberösterreich südlich der Donau stetig ausbauten, hatten die Kapeller den größten Teil ihrer Besitzungen nördlich der Donau im Machland. Ihre Stellung ist damit mit den Herren von Perg und Machland zur Zeit der Babenberger vergleichbar.
Die Kapeller besaßen zum Zeitpunkt ihres Aussterbens um die 40 Burgen und Sitze in den Ländern ob und unter der Enns. Deren Erbe kam über die beiden Töchter Dorothea und Wilburg an Hartneid von Liechtenstein und Jörg von Dachsberg.
Anmerkungen:
Den größten Teil ihrer Besitzungen hatten die Kapeller im Machland. Dort sind folgende Dienstleute erwähnenswert (in alphabetischer Reihenfolge):