
Der Kapotthut (auch: die Kapotte) war ein unter dem Kinn gebundener kleiner, hoch sitzender Damenhut, der im 19. Jahrhundert und um 1900 modisch war. Die französische Schreibweise Capote hielt sich bis um 1865 und neben Hut verwendet, um danach nur noch Hut zu gebrauchen. In den Anzeigen der Modezeitschriften war hauptsächlich von "Capotten" die Rede, eine weitere Bezeichnungen war Kiepe oder Kiepenhut.
Da sie in vielen Variationen auftauchten, verziert mit Nackenschleifen, Spitzen, Strohblumen und Rüschen, konnten Kapotthüte sich über lange Zeit erhalten. Kapotten sind daran zu erkennen, dass sie immer die Ohren bedecken und mit einem Band unter dem Kinn befestigt werden. Der anfangs kleine Hut mit vorstehendem Schirm verwandelte sich dermaßen, dass erst die Seitenteilen (Schuten) herabgezogen und durch Bänder gehalten wurden, bis schließlich zur krempenlose Haube, die nach 1900 nur noch ältere Damen trugen.


Bei vielen weiblichen Kopfbedeckungen ist im 19. Jahrhundert kaum noch ein Unterschied zwischen Haube und Hut zu finden, wie bei der um diese Zeit auftauchenden Form der Kapotte (Capote), die sich aus der Haube entwickelte. In den 1850er Jahren schrumpfte die Kapotte, sodass sie nur noch den Scheitel bedeckte, um in den 1890er Jahren schräg nach vorn getragen zu werden, teils auch am Hinterkopf. 1890 war sie aus der Mode, war aber vereinzelt noch bis 1955 (!) zu sehen.
Brachte der Biedermeier noch die auswucherndsten Hutkreationen hervor, so konnten Ende des Jahrhunderts immer kleiner werdende Kapotten beobachtet werden, zu einer Zeit, als sich Frauen auch durch die Kleidung emanzipierten, um zum Beispiel aktiv am Sport teilzunehmen.