| Kaproun | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Jihočeský kraj | |||
| Bezirk: | Jindřichův Hradec | |||
| Gemeinde: | Kunžak | |||
| Fläche: | 409 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 5′ N, 15° 11′ O | |||
| Höhe: | 690 m n.m. | |||
| Einwohner: | 6 (1. März 2001) | |||
| Postleitzahl: | 378 33 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | C | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Nová Bystřice – Kunžak | |||
| Bahnanschluss: | Jindřichův Hradec–Nová Bystřice | |||
Kaproun (deutsch Kaltenbrunn) ist ein Ortsteil der Gemeinde Kunžak in Tschechien. Er liegt neun Kilometer nordöstlich von Nová Bystřice und gehört zum Okres Jindřichův Hradec. Der Ort ist als ein Rundangerdorf angelegt.
Kunžak befindet sich im Westen der Javořická vrchovina im Naturpark Česká Kanada. Westlich verläuft die Schmalspurbahnstrecke Jindřichův Hradec–Nová Bystřice (Neuhaus-Neubistritz). Im Norden erhebt sich der 738 m hohe Vysoký kámen (Markstein). An seinem Fuße entspringen nordöstlich der Koštěnický potok und der Reißbach.
Die Nachbarorte sind im Norden Kunžak (Königseck) und im Süden Klenová (Leinbaum).
Im Urbar der Herrschaft Landstein 1487 wird „Kalpauny“ erstmals urkundlich genannt. Die Anlage von Kaltenbrunn und die bis 1945 gesprochene Ui-Mundart (nordbairisch) mit ihren speziellen bairischen Kennwörtern, weist auf eine Besiedlung durch bairische deutsche Stämme aus dem oberpfälzischen Raum hin, wie sie nach 1050, aber vor allem im 12/13. Jahrhundert erfolgte.
Ab 1554 schrieb man Kalpravn, aus dem sich später Kaltenbrunn entwickelte. Kurzzeitig gehörte ein Teil des Ortes zur Herrschaft Neubistritz und der andere Teil zum Spital Johannes des Täufers. Später wurde der gesamte Ort der Herrschaft Neubistritz untergeordnet. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges lebten laut der Schloßchronik von Neuhaus im Jahre 1652 nur noch fünf Bauern in Kaltenbrunn. Die Matriken werden seit 1769 bei Adamsfreiheit geführt. Während des 18. Jahrhunderts wurde Flachs angebaut, um es zu Hausleinwand zu verarbeiten, so wurde neben dem Ackerbau der Flachsanbau und dessen Verarbeitung zum Haupterwerbszweig der Einwohner von Kaltenbrunnː Der Flachs wurde in Heimarbeit gesponnen, gewoben und danach für Strumpfstickereien verwendet. Daneben gab es noch ein Gasthaus und eine Gemischtwarenhandlung in Kaltenbrunn. Von den Bauern wurden, neben dem Flachs, auch Roggen Hafer, Kartoffeln, Mais, Hanf, Kraut und Krautrüben angebaut. Der in Südmähren seit Jahrhunderten gepflegte Weinbau spielte aufgrund des ungünstigen Klimas und Bodens keine Rolle. Eine Schule wurde im Jahre 1824 errichtet. Nach 1848 bildet „Kaltenbrunn“ zusammen mit dem Ortsteil Leinbaum (heute Klenová) eine Gemeinde. Um 1900 wurde die Schule neu gebaut und später auf zwei Klassen erweitert.
Im Jahr 1897 erhielt Kaltenbrunn eine Haltestelle an der schmalspurigen Lokalbahn Neuhaus–Neubistritz.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam der zuvor zu Österreich gehörende Ort, dessen Bewohner 1910 zu 95 % zur deutschen Sprachgruppe zählten, durch den Vertrag von Saint-Germain zur Tschechoslowakei. Maßnahmen wie die Bodenreform und die Sprachenverordnung folgten. Dadurch kam es durch Siedler und neu besetzte Beamtenposten zu einem vermehrten Zuzug von Personen tschechischer Nationalität. Aufgrund dessen wurde die deutschsprachige Schule im Ort geschlossen und im Jahre 1920 in eine tschechische Privatschule umgebaut. Die deutschsprachigen Kinder wurden fortan in Leinbaum eingeschult. 1932 vernichtete ein Hagelsturm fast die gesamte Ernte des Dorfes. Nach dem Münchner Abkommen wurde Kaltenbrunn am 1. Oktober 1938 ein Teil des deutschen Reichsgaus Niederdonau.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die im Münchener Abkommen an Deutschland übertragenen Territorien wieder der Tschechoslowakei zugeordnet. Bis auf 60 Personen wurden alle Einwohner am 29. Mai 1945, zeitgleich mit den Bewohnern der umliegenden Orte, nach Österreich vertrieben. Bei Nachkriegsexzessen kamen drei deutsche Ortsbewohner zu Tode. Die in Österreich angekommenen Vertriebenen wurden, bis auf zwei Familien, in Übereinstimmung mit den ursprünglichen Überführungs-Zielen des Potsdamer Abkommens nach Deutschland weiter transferiert.
Im Jahr 1985 wurde Kaproun nach Kunžak eingemeindet.
Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt eine fünfblättrige Rose, welche von einem kleinen Kreisring umgeben und unten von einer Blattgirlande geschmückt ist. Nach 1929 führte die Gemeinde ein Siegel mit dem böhmischen Löwen, welches umringt von zweisprachigen Inschriften war. Solch ein Siegel führten normalerweise nur Notare und Staatsbehörden.
| Volkszählung | Einwohner gesamt | Volkszugehörigkeit der Einwohner | ||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Deutsche | Tschechen | Andere | |
| 1880 | 169 | 169 | 0 | 0 |
| 1890 | 154 | 151 | 3 | 0 |
| 1900 | 155 | 155 | 0 | 0 |
| 1910 | 139 | 132 | 7 | 0 |
| 1921 | 152 | 118 | 33 | 1 |
| 1930 | 371 | 289 | 81 | 1 |
| 1991 | 4 | |||
| 2001 | 6 | |||
