| Kapsiki | |
|---|---|
| Andere Namen | Kamwe, Higi |
| Siedlungsgebiet | |
| Sprache | Kapsiki (Psikye) |
| Religion | traditionelle Religion, Christentum, Islam |
| Verwandte Gruppen | Kamwe (Higi), andere Kirdi-Völker |
Die Kapsiki (Eigenbezeichnung Ka-Tsepkye; in Nigeria als Kamwe oder Higi bekannt) sind eine ethnische Gruppe Zentralafrikas, die beiderseits der Grenze zwischen dem Norden Kameruns und dem Nordosten Nigerias in den Mandarabergen lebt. In Kamerun siedeln sie hauptsächlich im Departement Mayo-Tsanaga in der Region Extrême-Nord, mit den bekannten Orten Rhumsiki und Gouria. In Nigeria leben sie überwiegend im Bundesstaat Adamawa.
Die Bezeichnung „Kapsiki“ wird in Kamerun verwendet, während dieselbe Bevölkerungsgruppe in Nigeria „Kamwe“ oder „Higi“ genannt wird. Nach van Beek (1987) bilden Kapsiki und Higi/Kamwe eine gemeinsame ethnische Identität mit gemeinsamer Herkunft, die lediglich beiderseits der kolonialen Grenze unterschiedlich benannt wird. Das Präfix ka- markiert im Kapsiki den Plural und bildet zusammen mit psikye (dem Namen der Sprache) den Ethnonym „Ka-psiki“.

Archäologische Untersuchungen im Rahmen des Mandara Archaeological Project belegen eine kontinuierliche Besiedlung der nördlichen Mandara-Region seit mehreren Jahrhunderten. Das gebirgige, schwer zugängliche Terrain diente historisch als Rückzugsgebiet gegenüber den Sklavenrazzien des Sultanats Wandala und der Fulbe. Im frühen 20. Jahrhundert litt die Region zusätzlich unter den Sklavenzügen des lokalen Machthabers Hama Yaji. Aufgrund ihres Widerstands gegen die Islamisierung gelten die Kapsiki als eines der Kirdi-Völker der Tschadseeregion. Der Begriff kirdi bedeutet im Wandala „Heide“ und wurde historisch für alle nicht-muslimischen Gruppen der Region verwendet; er gilt heute jedoch als abwertend und wird in der neueren Fachliteratur meist durch „Montagnard“ ersetzt.
Die Bevölkerungsschätzungen schwanken je nach Quelle und Kategorie (ethnische Zugehörigkeit versus Sprachgemeinschaft) erheblich. Ethnologue (SIL) verzeichnete 1982 rund 40.500 Sprecher des Psikye in Kamerun und 1992 rund 12.000 Sprecher im angrenzenden Nigeria, zusammen etwa 52.500 für die engere Psikye-Sprachgemeinschaft. Diese Zahl ist nicht mit der Gesamtbevölkerung der größeren Kamwe-Sprachgemeinschaft in Nigeria zu verwechseln, die deutlich umfangreicher ist und mehrere verwandte, aber vom engeren Psikye zu unterscheidende Dialekte umfasst.

Die traditionelle Wirtschaft basiert auf Subsistenzlandwirtschaft (Sorghum, Hirse, Erdnüsse), die in Terrassenfeldern an den Berghängen betrieben wird, ergänzt durch Kleinviehhaltung. Die Gesellschaft ist patrilinear in Klanen organisiert. Schmiede nehmen eine gesonderte soziale Stellung ein, die symbolisch mit Tod und ritueller Unreinheit assoziiert wird, obgleich sie zugleich wichtige rituelle und Bestattungsfunktionen innerhalb der Gemeinschaft ausüben.

Die traditionelle Religion der Kapsiki zentriert sich um shala, eine Kraft bzw. Gottheit, die jeder Person, Familie, jedem Klan, Dorf oder geografischen Merkmal individuell zugeordnet ist. Im Unterschied zu vielen anderen afrikanischen Religionen kennt die Kapsiki-Religion keinen zentralisierten Ahnenkult. Zu den überlieferten divinatorischen Praktiken zählt die Krabbendivination, bei der ein Wahrsager (féticheur) die Bewegungen einer Krabbe über Holzstücken deutet. Christentum und Islam sind infolge von Missions- und Grenzkontakten ebenfalls unter Teilen der Bevölkerung verbreitet.