Als Kardinalvenen werden die primitiven venösen Gefäße des embryonalen Blutkreislaufs bezeichnet. Bis zur 4. Entwicklungswoche besteht das System aus den vorderen Kardinalvenen (Venae cardinales anteriores) und den hinteren Kardinalvenen (Vv. cardinales posteriores). Die Vv. cardinales anteriores drainieren das Blut aus den kranialen, die Vv. cardinales posteriores aus den kaudalen Körperbereichen. Die Venen sind dabei paarig angelegt, so dass je Seite eine vordere und eine hintere Kardinalvene existiert, die sich kurz vor dem Herzen zu einer Vena cardinalis communis vereinigen. Diese mündet dann in den Sinus venosus. Die vorderen Kardinalvenen sind außerdem über eine Anastomose verbunden, die sich zur späteren Vena brachiocephalica sinistra entwickelt. Ab der 5. Entwicklungswoche bilden sich weitere, ebenfalls paarig angelegte, Kardinalvenen, die das bestehende venöse System ergänzen: