Kari Guddal lebt seit ihrem siebten Lebensjahr in Dänemark. Sie absolvierte 1979 bis 1982 eine Meisterlehre in den Ateliers von Margrethe Agger, Trine Ellitsgaard und Torill Ruud Galsøe. Von 1982 bis 1984 nahm sie an einem Kunsthandwerkerprojekt in Peru teil. Sie war verheiratet mit dem Übersetzer Herbert Zeichner und stellt ihre Tapisserien in ihrem Atelier in Kopenhagen her. 2009 wurde sie in Kraks Blå Bog aufgenommen.
Stil und Technik
In ihren Anfängen von Victor Vasarely beeinflusst, kehrte Kari Guddal nach gegenständlichen Tapisserien im Stil von Margrethe Agger in die Abstraktion zurück. Ihre Tapisserien lassen sich jetzt mit dem abstrakten ExpressionismusMark Rothkos und den erdigen Strukturen in der Malerei Per Kirkebys in Verbindung bringen. Kennzeichnend für ihre Bildwirkereien in dieser Phase sind in nah beieinander liegenden Farbtönen opalisierende Flächen (z.B. Zwei Farbtöne, Lichtstein, Weißer Quader). Mit dem Fußballspieler hat Guddal ihr erstes figürliches Werk geschaffen.
Kari Guddal arbeitet nach eigenen Kartons an einem alten großen Hochwebstuhl (Hautelisse), einer Leihgabe aus Privatbesitz. Sie färbt ihre Garne aus der Wolle des norwegischen Spælsau-Schafs selbst in mehr als 300 Farbtönen.
Werke (Auswahl)
1985 Maskenball auf der Bühne
1987 Nachtfassade
1988 Der letzte Schnee
1990 Hinterm Deich
1991 Drei Augenblicke
1992 Wo ist Nils Holgersson?
1993 Am Himmel
1994 Eine Wolke ist ein Himmel in Bewegung
1994 Wachsblumen und andere
1997 Wenn der Schatten leuchtet
2000 Zwei Farbtöne
2001 Lichtstein
2002 Weißer Quader
2003 Hommage à R.
2005 Wanderndes Dunkel
2007 Paula & Helene
2008 Eine Kriminalgeschichte beginnt
2009 Der Fußballspieler
Ausstellungen (Auswahl)
2004 11th International Tapestrytriennial, Łódz/Polen
2005 Dansk Gobelinkunst, Kopenhagen und Hjørring/Dänemark
2007 3. Tekstiltriennale, Riga/Lettland
2007 Biennalen for Kunsthåndværk og Design, Kolding/Dänemark
2009 CUT. 25 Jahre Internationale Textilkunst, Graz/Österreich
2009 Dansk Gobelinkunst, Kerteminde und Helsingør/Dänemark
2010 Von Lausanne nach Peking. 6th International Fiberart Biennale
2014 Perspektiven, 30 Jahre Internationale Textilkunst, Graz, Österreich
2015 Artapestry 4, Rovaniemi Art Museum, Finnland; Museum Lüneburg, Deutschland; Textile Kultur, Haslach, Österreich; Art Center, Silkeborg Bad, Dänemark
Einzelausstellungen (Auswahl):
2010/11 Galerie Moment, Ängelholm, Schweden
2011 Norwegische Botschaft, Kopenhagen
2013 Lighten, Bonhoga Gallery, Shetland
Auszeichnungen (Auswahl)
1988 Kunsthåndværkerprisen af 1879
2002 Statens Kunstfonds
2003 Ole Haslunds Kunstnerlegat
2006 Arne Meyers Legat sowie Aufenthalt in San Cataldo/Italien
2006 Statens Kunstfond
2009 Nationalbankens Jubilæumsfond
Literatur
Graae, Annette et al.: Tekstilkunst i Danmark 1998 – 2008
Dansk Gobelinkunst 2009 (Danish Tapestry 2009), Einführung: Maria Fabricius Hansen. Johannes Larsen Museet, Kronborg Slot ISBN 978-87-88564-90-7 (Katalog, Dänisch und Englisch)