Karin Schaub

Karin Schaub, Landschaften, 1985, Wandbild, Pflanzenphysiologisches Institut – rechte Seite
Karin Schaub, Landschaften, 1985, Wandbild, Pflanzenphysiologisches Institut – linke Seite
Karin Schaub, Landschaften, 1985, Wandbild, Pflanzenphysiologisches Institut – rechte Seite mit offener Türe

Karin Schaub (geborene Karin Ruperti; * 16. September 1928 in Hawkesbury, Kanada; † 24. April 2024 in Basel) war eine Schweizer Malerin, Zeichnerin und Grafikerin.

Werdegang

Karin Schaub war eine Tochter des Chemikers Andreas Ruperti (1897–1987) und der Künstlerin Madja Ruperti, geborene van Rijckevorselwar. Ihr älterer Bruder Johannes (Wanja), genannt Ivan, und ihre Schwester Marischa Burckhardt kamen in Dresden zur Welt.

1929 siedelte die Familie nach Basel und erhielt 1935 das Schweizer Bürgerrecht. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hielt sie sich mit ihrer Familie oft auf dem Grossväterlichen Gutshof Schackenhof in Westpreussen auf. Die abenteuerliche und weitverzweigte Familiengeschichte wurde von ihrem Vater Andreas Ruperti schriftlich festgehalten. Ihr Bruder Ivan hat diese und andere Erinnerungen von Familienangehörigen auf einer Website publiziert.

Karin Schaub wuchs in Basel und Arlesheim auf und besuchte ab 1935 bis zur Maturität die Schule in Basel. 1949/1950 besuchte sie die Graphikfachklasse an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel und heiratete Hans Schaub (1920–2012). Ihre gemeinsamen Kinder sind Andrea (* 1949) und der Medienkünstler und Designer Mischa (* 1952). Hans Schaub war der ältere Bruder von dem Grafiker und cR Werbeagentur Gründer Jürg Schaub.

1963 begann sie ihr Wirken als Künstlerin während des Studiums der Philosophie, Psychologie und Ethnologie und beschäftigte sich mit dem Surrealismus und dem Phantastischen Realismus. Von 1959 bis 1968 folgte ein Studium der Philosophie an der Universität Basel, das sie als Dr. phil. I mit einer Dissertation über das Thema Albert Camus und der Tod abschloss.

Schaub wurde in den späten 1970er-Jahren mit überdimensionalen Gemüsestillleben bekannt und hatte damit 1977 einen Auftritt auf der internationalen Kunstmesse ART Basel.

Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1987 löste sie stilistisch jede Gegenständlichkeit auf. Die Kunstkritikerin Annelise Zwez schrieb 1991 anlässlich einer Ausstellung in Basel, als sich Schaub bereits mit Malerei und Collagen einen Namen gemacht hatte:

«Sie malt nicht mehr, sondern wirft die Farbe auf die Leinwand. (…) Karin Schaub ist 1990 in einem eigentlichen Schaffensrausch. Wohl noch nie sind so viele Bilder in einem einzigen Jahr entstanden. Und keines ist wie das andere. Wo nicht die Richtung Struktur gibt, ist es oft die Farbe; 1990 war in der Weihnachtsausstellung in der Kunsthalle Basel das 145 × 175 Zentimeter grosse Bild mit dem Titel Idealer Stadtplan zu sehen. (…) Nichts ist greifbar im Meer der Farbwürfe, aber das Weiss, das Bläulich, das Rosa, das warme Grün-Gelb, das wenig lineare Schwarz im Untergrund sind so raffiniert ‹geplant›, dass sich die expressive Gestik in eine städtebauliche Wachstumsstruktur aus der Flugzeugperspektive verwandelt.»

Schaub stellte zudem weiterhin regelmässig in Basel, der Schweiz und auch international mit renommierten Künstlern aus und hatte noch 2012 eine Einzelausstellung im Stapflehus in Weil am Rhein.

Werke in Sammlungen und im Stadtraum

Nachdem Schaub 1985 den 1. Preis des Kunstkredit Basel-Stadt Wettbewerb erhielt, konnte sie zwei grosse Wandbilder im Eingangsbereich des Instituts für Pflanzenphysiologie der Universität Basel realisieren. Sie gestaltete zwei Landschaftsansichten als Malerei über die gesamte Fläche der grossen Wandnischen. Werke Schaubs befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Kantone Basel-Stadt (9 Werke im Besitz des Kunstkredits), Basel-Landschaft, Sissach, Kunstsammlung Emmen und Aargau sowie bei der Kunstsammlung der Baloise Versicherung.

Ausstellungen

Publikationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Meine Schwester Karin Schaub. Ivan Ruperti, 8. Januar 2016, abgerufen am 25. November 2024.
  2. ↑ https://www.todesanzeigenportal.ch/todesanzeige/Schaub-Ruperti/Karin/
  3. 1 2 3 Annelise Zwez: Vernissagerede anlässlich der Ausstellung von Karin Schaub in der Galerie Münsterberg in Basel 2. November 1991. (PDF) Abgerufen am 2. Februar 2020.
  4. ↑ Art am Rhein. Abgerufen am 3. Februar 2020 (deutsch).
  5. 1 2 Archiv – Motorenhalle – Kunst erleben – riesa efau. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  6. 1 2 Badische Zeitung: Die Tiefe und Seele der Bilder. Abgerufen am 2. Februar 2020.
  7. ↑ Erziehungsdepartement Basel-Stadt (Hrsg.): Kunst für Basel, 75 Jahre Kunstkredit Basel-Stadt: Kunst im öffentlichen Raum. Schwabe, Basel 1994, S. 166.
  8. ↑ Karin Schaub (-Ruperti) auf mural.ch — Online–Dokumentation der modernen und zeitgenössischen Wandmalerei. Abgerufen am 25. September 2025.
  9. ↑ Karin Schaub Ruperti - Blumen - Kunstsammlung Sissach. Abgerufen am 8. April 2025.
  10. 1 2 Kunst-Tresor - Karin Schaub. Abgerufen am 7. September 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  11. ↑ Art-Detail. Abgerufen am 31. August 2023.
  12. ↑ Karin Schaub im Sprützehüsli Oberwil - regioTVplus. Abgerufen am 6. Februar 2020 (deutsch).
  13. ↑ https://regionale.org/site/assets/files/11136/booklet_regionale_02-2001.pdf
  14. ↑ 193 - Programm. Abgerufen am 6. Februar 2020.
  15. ↑ Originalwerke unter 1001 Franken - Programm. Abgerufen am 6. Februar 2020.
  16. ↑ Basel - Sarnen - Programm. Abgerufen am 6. Februar 2020.
  17. ↑ Landschaft - Programm. Abgerufen am 6. Februar 2020.
  18. ↑ Surreal / Fantastisch - Programm. Abgerufen am 6. Februar 2020.
Personendaten
NAME Schaub, Karin
ALTERNATIVNAMEN Ruperti, Karin (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Malerin, Zeichnerin und Grafikerin
GEBURTSDATUM 16. September 1928
GEBURTSORT Hawkesbury, Kanada
STERBEDATUM 24. April 2024
STERBEORT Basel