Karl-Peter Fritzsche

Karl-Peter Fritzsche (* 23. Februar 1950 in Düsseldorf) ist deutscher Politikwissenschaftler.

Leben

Nach seiner erfolgreich abgelegten Abiturprüfung in Düsseldorf begann er 1970 mit dem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Deutschland). Inspiriert durch die Frankfurter Schule und seinem kritischen Verhältnis gegenüber Unrecht, Ungerechtigkeit und Diskriminierung, promovierte er im Jahre 1976 über das Thema „Entfremdungstheorie“. 1987 folgte dann seine Habilitationsarbeit über die „politische Kultur Italiens“.

Werdegang

Von 1978 bis 1993 arbeitete Fritzsche in der Forschung (bis 1988) und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Braunschweig und dies, obwohl er schon von 1990 bis 1991 Dozent an der Universität Hamburg war. 1991 bis 1993 lehrte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und hat seit 1993 den ersten UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechtserziehung in Deutschland, welcher am Institut für Politikwissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingerichtet wurde, inne.

Er entschied sich für diese Lehrtätigkeit aufgrund von „[…] Wut, Wissen, Hoffnung und Kontakten: Wut über Verhältnisse, in denen Menschen andere entwürdigend behandeln, ein Wissen über die Möglichkeit, durch Recht geschützt zu werden, die Hoffnung, Menschen über ihre Rechte und Verantwortung aufklären zu können und schließlich: langjährige Arbeitskontakte zur UNESCO“, wie er in einem Interview mit Amnesty International sagte. Darüber hinaus lehrte er in Braunschweig (Deutschland), Connecticut (USA), La Matenza (Universidad Nacional de La Matenza/Argentinien), Perugia (Italien), Rom (Freie Universität St. Pius V./Italien) und der Universität Utrecht (Niederlande).

Neben seinen Lehrtätigkeiten ist Fritzsche noch korrespondierendes Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission e. V. Des Weiteren unterstützt er Promotionsstipendien für das Bildwissenschaftliche Kolloquium im Bereich Bildwissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. Ferner ist Fritzsche Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift für Menschenrechte.

Forschungsschwerpunkte

Seine Forschungsschwerpunkte Menschenrechte/Menschenrechtserziehung, Vorurteile, Soziale Stresstheorie, Transformation politischer Kulturen ergänzte Fritzsche durch Lehrveranstaltungen zu Themen wie Fremdenfeindlichkeit, Faschismus und Fundamentalismus.

In seinem Buch Die Stressgesellschaft (München 1998) versucht Fritzsche auf Probleme, Ursachen und Umstände der Stressgesellschaft aufmerksam zu machen. Der Stressbegriff beinhaltet ein Missverhältnis zwischen „Welt und Individuum, Gesellschaft und Bürger“. Ein zu hohes Potenzial an Belastung und Anforderung stößt auf ein zu geringes Maß an Kompetenz und Ressourcen. Hieraus entwickelt sich Stress, ein ängstigendes Gefühl der Überforderung. Zwar gibt es sozialen Stress schon seit jeher, dennoch sieht Fritzsche einen eklatanten Einschnitt im Jahr 1989 mit der Wiedervereinigung.

Die in diesem Maße unbekannt steigenden Anforderungen an Individuen im Individualisierungsprozess steigern auch die Gefahr, dass eben jene Individuen überfordert werden. Diese empfinden dann potenzielle Entlastung als Belastung. Dies geht sogar so weit, dass „Freiheit selbst zu Stress wird“.

„Der Stressbegriff ist kritisch“. Er zielt auf zwei Aspekte: zum einen gegen Überforderung und Überbeanspruchung, zum anderen gegen ein Ausstattungsdefizit der Bürger an Ressourcen und Kompetenzen.

Nach einer kurzen Einleitung geht es im ersten Kapitel um die terminologische und theoretische Grundlegung seines Themas. Im nächsten Kapitel geht es um die Rahmenbedingungen von Veränderungen, in welchen sich Bürger überfordert fühlen können. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit drei Beispielen, mit welchen sich überlastete Bürger aus dem Stress zu retten versuchen. Im darauf folgenden Kapitel geht es um den Stress, dem Migranten bei dem Versuch der Integration ausgesetzt sind. Im nun folgenden Kapitel geht es um den Stress, in welchen Ostdeutsche mit der Wiedervereinigung geraten sind. Das nächste Kapitel beschäftigt sich sowohl mit dem typischen Stressstatus der Jugend als auch mit der zeitcharakteristischen Belastung. Im letzten Kapitel stellt Fritzsche ein Programm und eine Vision „Von der Stress- zur Lerngesellschaft“ vor.

Schriften

Monographien

Herausgeberschaften

Aufsätze

Personendaten
NAME Fritzsche, Karl-Peter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politikwissenschaftler
GEBURTSDATUM 23. Februar 1950
GEBURTSORT Düsseldorf