Karl Wilhelm Harde

Karl Wilhelm Harde (* 1. Januar 1922; † 15. Oktober 1982) war ein deutscher Entomologe. Er ist vor allem als Koleopterologe hervorgetreten. Sein zentrales Werk ist Die Käfer Mitteleuropas, das er mit Gustav Adolf Lohse und Heinz Freude herausgab.

Leben

Mit der Dissertation Das postnatale Wachstum cytoarchitektonischer Einheiten im Großhirn der weißen Maus, einem Beitrag zur Entwicklungsneurobiologie, wurde Harde 1948 von der philosophischen und naturwissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert.

Er fand eine Anstellung am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS), dessen Entomologische Abteilung er von 1956 bis zu seinem Tod im Jahr 1982 leitete. Viele seiner wissenschaftlichen Forschungsergebnisse veröffentlichte er in der Reihe Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde (aus dem Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart).

Im Jahr 1958 gehörte Harde zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft württembergischer Koleopterologen (heute Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Koleopterologen, kurz ARGE SWD Koleopterologen), der er gemeinsam mit dem Arzt Rudolf Köstlin von 1958 bis 1982 vorstand.

Hardes wichtigste Leistung, die ihm internationale wissenschaftliche Anerkennung einbrachte, war die 1964 begonnene umfassende Darstellung Die Käfer Mitteleuropas, die er zusammen mit Gustav Adolf Lohse und Heinz Freude herausgab. Diese kurz auch Freude/Harde/Lohse genannte Reihe brachte es in den folgenden Jahrzehnten auf 15 Bände und gilt als Standardwerk auf dem Gebiet der Koleopterologie.

Daneben trat Karl Wilhelm Harde jedoch auch dafür ein, naturwissenschaftliche Zusammenhänge in populärwissenschaftlicher und damit allgemein verständlicher Form aufzubereiten. Großen Erfolg hatte er mit seinem im Verlag Franckh-Kosmos erschienenen Bestimmungsbuch Der Kosmos-Käferführer. Die mitteleuropäischen Käfer (1981), das er selbst – dank der mehr als 1000 Farbbilder von František Severa (1924 bis 2005) – gewissermaßen als eine Ergänzung zum Freude/Harde/Lohse betrachtete. Die siebte Auflage erschien 2014. Harde wirkte zudem an weiteren Kosmos-Naturführern als Übersetzer, Bearbeiter oder Berater mit. Außerdem übersetzte und bearbeitete er mehrere naturkundliche Bücher für den Verlag Das Beste.

Schriften

Selbst verfasste Bücher

Übersetzungen und Bearbeitungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Lebensdaten im Internetauftritt des Landesarchivs Baden-Württemberg; abgerufen am 8. August 2014
  2. ↑ Angaben zur Entomologischen Abteilung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (Memento des Originals vom 11. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 8. August 2014
  3. ↑ Die ARGE SWD Koleopterologen in der Webpräsenz des Entomologischen Vereins Stuttgart (Memento des Originals vom 5. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 8. August 2014
  4. ↑ vgl. dazu z. B. Entomologische Berichte Luzern, Nr. 13, Juni 1985, S. 87 (zobodat.at [PDF]).
Personendaten
NAME Harde, Karl Wilhelm
ALTERNATIVNAMEN Harde, Karl-Wilhelm; Harde, Karl W.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Entomologe
GEBURTSDATUM 1. Januar 1922
STERBEDATUM 15. Oktober 1982