Karl Broermann

Karl Broermann (Pseudonym: Martin Voß, * 5. März 1878 in Mülheim an der Ruhr; † 13. September 1947 in Heinsberg/Westfalen) war ein deutscher Pädagoge und Schriftsteller.

Leben

Karl Broermann war der Sohn eines Schreiners. Nachdem er 1898 sein Examen als Volksschullehrer bestanden hatte, unterrichtete er ab 1899 zunächst an einer katholischen Volksschule in Schlebusch und fand dann eine Anstellung an der II. katholischen Schule in Broich bei Mülheim an der Ruhr (1900–1907). Später leitete er die Lehrerseminare in Kempen und Brühl, und ab 1910 war er Rektor einer katholischen Volksschule (Styrumer Schule, Grevenstr. 36) in Oberhausen. Broermann nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Danach war er wieder als Lehrer tätig. Auf seine Initiative hin wurde 1921 in Oberhausen eine Mittelschule gegründet, der Broermann als Rektor vorstand. Während des Dritten Reiches war Broermann Anhänger des nationalsozialistischen Regimes. Nachdem er 1944 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst ausgeschieden war, verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens in Heinsberg bei Kirchhundem.

Karl Broermann verfasste neben seiner Tätigkeit als Lehrer auch Erzählungen und Gedichte, teilweise in Mülheimer Mundart. Die nach 1933 erschienenen eigenen und von ihm herausgegebenen Werke sind stark von seiner nationalsozialistischen Gesinnung geprägt. Er verfasste zum Beispiel ideologisch-propagandistisch geprägte Jugendschriften mit den Titeln „Albert Leo Schlageter, ein deutscher Held“ und „Aus Adolf Hitlers Reden. Bearbeitet für die Jugend“. Während seines Aufenthaltes in Heinsberg sorgte er als Vorsitzender des entscheidenden Entnazifizierungsausschusses im Kreis Olpe für eine Entlastung der zuvor vom Ortsausschuss als nicht mehr tragbar bewerteten Schriftstellerin Josefa Berens-Totenohl. Karl Broermann gehörte 1906 zu den Mitbegründern des Mülheimer Geschichtsvereins. Die von ihm geleitete Mittelschule trug bis zu ihrer Umbenennung in „Anne-Frank-Realschule“ von 1948 bis 1994 den Namen „Karl-Broermann-Realschule“.

Werke

Aufsätze

Herausgeberschaft

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Bürger: Josefa Berens-Totenohl (1891 – 1969). Nationalsozialistin mit Propaganda-Mission für das III. Reich und das "schwarze Sauerland". In: Josefa Berens-Totenohl (1891 – 1969). Nationalsozialistische Erfolgsautorin aus dem Sauerland. Forschungsbeiträge von Peter Bürger, Dr. Reinhard Kiefer. Monika Löcken M.A. u. a. Eslohe 2014. S. 22
Personendaten
NAME Broermann, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Autor
GEBURTSDATUM 5. März 1878
GEBURTSORT Mülheim an der Ruhr
STERBEDATUM 13. September 1947
STERBEORT Heinsberg (Kirchhundem)