
Karl Wilhelm Hartnack (* 14. Februar 1864 in Laasphe; † 31. Dezember 1946 in Elberfeld) war ein deutscher Pädagoge, Heimatforscher und Autor zahlreicher regionalgeschichtlicher Arbeiten.
Karl Hartnack wurde als ältestes von sieben Kindern des Schneidermeisters Peter Wilhelm Hartnack (1835–1879) und dessen Ehefrau Christiane Simonette, geb. Müller (1834–1918) geboren. Fünf seiner Geschwister starben im Kindesalter. Nach Absolvieren der achtjährigen Volksschule bewarb er sich 1878 mit 14 Jahren erfolgreich an der Königlichen Präparandenanstalt in Laasphe, um Volksschullehrer zu werden. Hartnack wurde jedoch noch ein Jahr zurückgestellt, weil er das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Er wurde von 1879 bis 1881 an der Präparandenanstalt weitergebildet. Karl Hartnack besuchte danach ab 1881 das Lehrerseminar in Hilchenbach, das er am 23. Februar 1884 nach bestandener Prüfung verließ.
Am 25. März 1884 beauftragte die Königliche Regierung zu Arnsberg den Lehramtsbewerber Hartnack mit der kommissarischen Verwaltung einer Stelle an der Volksschule in Weidenhausen. Mit Bestehen der zweiten Lehrerprüfung am 6. Mai 1886 in Hilchenbach wies man ihm am 15. Juni des Jahres diese Lehrerstelle fest zu.
Nach einer Bewerbung als Lehrer in der Schulgemeinde Langerfeld erfolgte dort seine Anstellung am 15. August 1887. Er wurde vier Jahre, bis Februar 1891 Lehrer an der vierklassigen Schule zu Bayeröde.
Nach Ablegen einer Prüfung qualifizierte er sich am 10. Juni 1891 als Lehrer an Mittelschulen und Höheren Mädchenschulen. Nach seiner Ernennung zum Klassenlehrer einer Schule in Elberfeld trat er am 4. August 1891 dort seine nächste Stelle an. Am 23. Dezember 1893 unterzog er sich in Münster einer Prüfung als Rektor an Schulen ohne fremdsprachlichen Unterricht.
Am 2. März 1903 wurde Hartnack zum Lehrer an der Höheren Mädchenschule des Patronatsbereichs der Stadt Elberfeld (Weststadt) gewählt; das Provinzial-Schulkollegium in Koblenz bestätigte diese Stelleneinweisung zum 1. April 1903. Hartnack blieb 26 Jahre an dieser Schule und wurde am 18. März 1929 als Lyzealoberlehrer pensioniert.
Karl Hartnack widmete sich einer Vielzahl regional-historischer Themen aus seiner früheren Heimat und publizierte unter anderem in der Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, den sogenannten Mitteilungen, später in den Heften der Laaspher Druckerei Ernst Schmidt mit dem Titel Das schöne Wittgenstein. Daneben schrieb er historische Beiträge in der Wittgensteiner Zeitung sowie in der Erndtebrücker Zeitung.

Mit dem Wiederaufleben des Wittgensteiner Heimatvereins ab 1956 wurde eine Reihe seiner Artikel in der Zeitschrift „Wittgenstein“ posthum veröffentlicht.

Eine große Leidenschaft Hartnacks war die Genealogie; hier konzentrierte er sich seit etwa 1900 auf die eigene Familienforschung und publizierte 1922 eine umfangreiche Abhandlung über die Herkunft der Familie Hartnack. Dieses Werk erweiterte er 1942 mit der Herausgabe von zwei Bänden. Ein besonderes Interesse Hartnacks galt der Auswanderung von Wittgensteinern nach Nordamerika, zumal auch sein ältester Sohn, der Veterinärrat Hugo Hartnack (1888–1977), im Jahre 1926 in die USA auswanderte. Hartnack unternahm 1934 mit seiner Ehefrau eine Schiffsreise von Bremerhaven nach New York, besuchte seinen Sohn, forschte in Nordamerika nach dem Schicksal Wittgensteiner Emigranten und veröffentlichte die Erkenntnisse nach seiner Rückkehr.
Karl Hartnack heiratete am 18. Oktober 1887 in Weidenhausen Wilhelmine Spies (* 16. November 1866 Weidenhausen), Tochter des Gastwirts Georg Heinrich Spies und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Breuer. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Einer ihrer Söhne war der Geograph und Hochschullehrer Wilhelm Hartnack (1893–1963). Karl Hartnack verstarb am 31. Dezember 1946 in Wuppertal im Alter von 82 Jahren.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hartnack, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Hartnack, Karl Wilhelm (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pädagoge, Heimatforscher und Autor |
| GEBURTSDATUM | 14. Februar 1864 |
| GEBURTSORT | Laasphe |
| STERBEDATUM | 31. Dezember 1946 |
| STERBEORT | Elberfeld |