Karl Meisen

Karl Meisen (* 11. Oktober 1891 in Blatzheim; † 22. März 1973 in Bonn) war ein deutscher Volkskundler und Germanist.

Leben

Meisen machte den Ersten Weltkrieg als Offizier mit und wurde 1919 an der Universität Bonn promoviert. Anschließend arbeitete er als Gymnasiallehrer und publizierte daneben weiter wissenschaftlich. 1928 habilitierte er sich an der Universität Bonn für das Fach Deutsche Volkskunde. In der NS-Zeit wurde er als praktizierender Katholik zunehmend kritisch gesehen. 1939 verlor er wegen "klerikaler Einstellung" die venia legendi als Privatdozent. Gleichzeitig wurde er als Studienrat nach Siegburg versetzt.

Nach Kriegsende konnte er seine Lehrtätigkeit an der Universität Bonn wieder aufnehmen. Von 1945 bis 1960 leitete Meisen die Abteilung für Mundartforschung und Volkskunde des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn. 1948 wurde er Professor für Deutsche Volkskunde und Niederdeutsche Sprachgeschichte an der Universität Bonn. Er gründete das Volkskundliche Seminar und baute es aus. Ebenfalls 1948 gründete er die Rheinische Vereinigung für Volkskunde, aus deren Mitteilungsblatt sich das Rheinische Jahrbuch für Volkskunde entwickelte.

Das Grab von Karl Meisen auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Michael Grüttner, Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus, Berlin/Boston 2023, S. 209.
Personendaten
NAME Meisen, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Volkskundler und Germanist
GEBURTSDATUM 11. Oktober 1891
GEBURTSORT Blatzheim
STERBEDATUM 22. März 1973
STERBEORT Bonn