Karl Plenzat

Karl Plenzat (* 22. Juli 1882 in Groß Warningken, Ostpreußen; † Februar 1945 in Schneidemühl, Provinz Pommern) war ein deutscher Pädagoge und Volkskundler.

Leben

Als Lehrer ausgebildet im Seminar Karalene, war er in den Jahren zwischen 1905 und 1926 an verschiedenen Schulen tätig, auch als Rektor einer Mittelschule in Soldau. Parallel dazu absolvierte er nach dem Ersten Weltkrieg an der Universität Königsberg ein Studium der Germanistik, Anglistik, Philosophie und Pädagogik. Seit 1926 war er Dozent und von 1932 bis Januar 1934 Akademiedirektor an der Hochschule für Lehrerbildung Elbing und ab 1938 an der HfL Schneidemühl Professor für Volkskunde.

Zum 1. April 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.573.744). Von 1933 bis 1935 (abberufen) leitete er die Hochschule für Lehrerbildung in Elbing, abgelöst von Karl Danzfuß. Von 1941 bis 1945 war er Professor und Leiter der schulpraktischen Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Schneidemühl. Beim sowjetischen Einmarsch verübte er mit seiner Frau Selbstmord.

Plenzats Interesse galt besonders dem Sammeln von mündlichen Überlieferungen, wie Volksliedern und Erzählungen (Sagen, Märchen, Schwänken) (vgl. Bönisch-Brednich 2002). 1918 veröffentlichte Plenzat in seiner Sammlung Der Liederschrein das Volkslied Zogen einst fünf wilde Schwäne und ordnete es – sehr wahrscheinlich fälschlich – als litauisches Volkslied ein.

Nach Kriegsende wurden in der Sowjetischen Besatzungszone Plenzats Werke Ich hörte ein Heldenlied sagen und singen (1943) und Das Reichslesebuch für Volksschulen im Unterricht (zusammen mit Hermann Galbach, 1936) sowie in der Deutschen Demokratischen Republik Der ostpreußische Mensch und das deutsche Geistesleben (1935) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

Werke

Von Karl Plenzat herausgegebene Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ostdeutscher Literatur-Anzeiger, Bände 15–16, 1969, S. 146 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32660748
  3. ↑ Alfred Cammann (Hrsg.): Glück und Unglück des Ostpreußen Otto Bysäth als Beitrag zur Zeitgeschichte und Volkskunde. O. Schwarz, Göttingen 1993, ISBN 3-509-01600-9, S. 126 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ Frauke Schmitz-Gropengiesser: Zogen einst fünf wilde Schwäne (2010). In: Populäre und traditionelle Lieder. Historisch-kritisches Liederlexikon
  5. ↑ Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur Berlin: Zentralverlag, 1946, abgerufen am 24. Mai 2014
  6. ↑ Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur, Zweiter Nachtrag, Berlin: Deutscher Zentralverlag, 1948 abgerufen am 24. Mai 2014
  7. ↑ Ministerium für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik, Liste der auszusondernden Literatur Dritter Nachtrag, Berlin: VEB Deutscher Zentralverlag, 1953, abgerufen am 24. Mai 2014
Personendaten
NAME Plenzat, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pädagoge und Volkskundler
GEBURTSDATUM 22. Juli 1882
GEBURTSORT Groß Warningken, Ostpreußen
STERBEDATUM Februar 1945
STERBEORT Schneidemühl, Pommern