Karl Seutemann

Karl Seutemann (* 23. Februar 1871 in Linden; † 21. Juli 1958 in Hannover) war ein deutscher Sozialwissenschaftler, Jurist und leitete 27 Jahre das Statistische Amt Hannover (Statistiker).

Leben

Karl Seutemann wurde 1871 in dem im Zuge der Industrialisierung seinerzeit noch „größten Dorf Preußens“, doch bald darauf zur selbständigen Industriestadt aufsteigenden Linden geboren als Sohn eines Zahnarztes. Er wuchs in der Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs auf und besuchte das Lyceum I, das spätere Ratsgymnasium in Hannover. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin, in Göttingen an der Georg-August-Universität sowie in Tübingen an der Eberhard Karls Universität, an der er über das statistisch beschriebenen Thema Kindersterblichkeit sozialer Bevölkerungsgruppen ... (siehe im Abschnitt Schriften) promovierte.

Ab Januar 1900 und bis zum 30. Juni 1904 arbeitete Seutemann in Dresden beim dortigen Statistischen Amt, zuletzt als Direktorialassistent. Anschließend war er ab dem 1. Juli 1904 bis zum 1. Mai 1906 in Barmen als Leiter des dortigen Statistischen Amtes tätig.

Ab dem 20. April 1907 leitete Karl Seutemann das Statistische Amt in seinem Heimatort Linden, eine Tätigkeit, die er ab dem 1. Januar 1908 auf privatrechtlicher Vertragsbasis ausführte.

Noch zur Kaiserzeit übernahm Seutemann zum 1. April 1910 die Leitung des Statistischen Amtes von Hannover, eine Stellung, die er bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1937 innehatte.

Karl Seutemann war langjährig als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Städtestatistiker tätig. Neben seinen Beiträgen zu allgemeinen Problemen der Statistik in Theorie und Praxis leistete er vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Bedeutendes in den Bereichen Bevölkerungs-, Wohnungs- und Finanzstatistik. Mit seiner Denkschrift Lindens Entwicklung und die Finanzverhältnisse der Stadtgemeinde in den Jahren 1885 bis 1907, die er auf Veranlassung des Magistrats der Stadt Linden und unter Mitwirkung des Lindener Bürgermeisters Hermann Lodemann statistisch bearbeitete, begründete er auf wissenschaftlicher Basis die zum 1. Januar 1920 vollzogene „Eingemeindung Lindens nach Hannover“ beziehungsweise die Vereinigung der beiden bis dahin selbständigen Städte zur späteren niedersächsischen Landeshauptstadt.

Schriften

Auswahl

Bibliographie

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 o.V.: Seutemann, Karl. Abgerufen am 2. Juli 2026. in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum].
  2. ↑ Klaus Mlynek: Linden. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 406ff.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Klaus Mlynek: Seutemann, Karl. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 332f.; inhaltsgleich in ders.: Stadtlexikon Hannover, S. 563; Vorschau über Google-Bücher
  4. ↑ Vergleiche den Katalog der Bibliothek des Königlichen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. Nachtrag (1907 – 13), Berlin: Julius Springer, 1914, S. 60; Vorschau über Google-Bücher
  5. ↑ Vergleiche den vollständigen Titel des Werkes
  6. ↑ Klaus Mlynek: Stadterweiterung und Stadtentwicklung in den 20er Jahren, in Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein: Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 483–490; hier: S. 485; Vorschau über Google-Bücher
Personendaten
NAME Seutemann, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Sozialwissenschaftler, Jurist und Statistiker
GEBURTSDATUM 23. Februar 1871
GEBURTSORT Linden vor Hannover
STERBEDATUM 21. Juli 1958
STERBEORT Hannover