
Karl Siegl (Carl Anton Siegl; * 6. November 1851 in Sankt Joachimsthal; † 18. August 1943 in Eger) war ein Historiker, Stadtarchivar und Museumsleiter.
Karl Siegl wurde am 6. November 1851 als Sohn des Maurermeisters Franz Siegl und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Kraus im Haus Sankt Joachimsthal Nr. 144 geboren. Sein Großvater Josef Siegl stammte aus Schönwald. Am 7. November 1851 wurde er auf den Namen Carl Anton Siegl getauft.
Als Absolvent des Gymnasiums in Eger in Westböhmen studierte Karl Siegl Rechtswissenschaften an der juristischen Fakultät und war Hörer der Geschichtswissenschaften an der philosophischen Fakultät der deutschen Karl Ferdinand Universität in Prag. Er promovierte zum Doktor beider Rechte und übte eine anschließende Berufstätigkeit als Untersuchungsrichter beim Kreisgericht in Eger aus.
Sein Interesse an Geschichte, vor allem historischer Quellenforschung und Archivkunde, setzte Karl Siegl in die Lage, im Jahre 1895 ein Angebot des Inneren Rats der Stadt Eger als Stadtarchivar und Museumsleiter anzunehmen. Eger mit seinen bis in das Jahr 1280 zurückreichenden Archivbeständen bedurfte einer neuen Leitung. Karl Siegl wurde Archivdirektor und Direktor des Museums der Stadt bis zum Jahr 1943.
Als Archivdirektor brachte er das vom Historiker und Stadtarchivar Franz Kürschner (1840–1882) in den Jahren 1865 bis 1867 begonnene Ordnungssystem des Archivs zum Abschluss, legte Regesten an und erschloss so die Bestände historischen Forschungen. Im Museum der Stadt Eger, seit 1873 untergebracht im geschichtsträchtigen, ehemaligen Pachelbelhaus, benannt nach dem im Jahre 1629 während der Gegenreformation wegen seines christlich-evangelischen Glaubens vertriebenen Bürgermeister Wolf Adam Pachelbel von Gehag, dem späteren Stadthaus, ließ er die Bestände sichten, ordnen und katalogisieren.
Karl Siegl beriet die Initiatoren der Wallenstein-Festspiele in Eger (zur Erinnerung an Generalfeldmarschall Albrecht von Wallenstein), einem kulturellen Ereignis der Stadt und des umgebenden Egerlandes. Zu bedeutenden oder zugänglich gewordenen Sachverhalten und Familiengeschichten zu Bürgern der Stadt Eger und Familiennamen des Egerlandes veröffentlichte Karl Siegl aus den Beständen des Stadtarchivs Bücher und zahlreiche Artikel, welche vor allem in den Zeitschriften „Mitteilungen des Vereins der Geschichte der Deutschen in Böhmen“, „Unser Egerland“ und den „Egerer Jahrbüchern“ erschienen sind. Die Bestände des Stadtarchivs und des Museums der Stadt Eger blieben nach seinem Tode erhalten und wurden von Heribert Sturm betreut. Siegl hatte den gleichnamigen Sohn Karl Siegl, ebenfalls Doktor der Rechtswissenschaften und 1924 Direktor der Studienbibliothek, späteren Universitätsbibliothek in Klagenfurt in Österreich.
Karl Siegl ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Sankt Joachimsthal und erhielt im Jahr 1941 die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Im Stadtarchiv Eger wurde zu seinem Geburtstag 1940 eine Gedenktafel und Büste von ihm mit einer feierlichen Rede des Oberbürgermeisters Siegbert Schneider eingeweiht.
| Personendaten | |
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| NAME | Siegl, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Siegl, Carl Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | Historiker, Stadtarchivar und Museumsleiter |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1851 |
| GEBURTSORT | Sankt Joachimsthal |
| STERBEDATUM | 18. August 1943 |
| STERBEORT | Eger |