
Karl Stangenberg (* 19. August 1928 in Oberhausen, Rheinland) ist ein deutscher Musiker und lyrischer Dichter.
Nach Grund- und Realschule wurde Karl Stangenberg als Flakhelfer in den Kriegsdienst verpflichtet, 1945 kam er als 17-Jähriger in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1946 begann er sein Studium an der Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen in Essen, das er 1950 mit Auszeichnung abschloss. Es folgten Engagements als Orchestermusiker in Recklinghausen und Hannover. Ab 1953 genoss er eine weitere Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in München, die er 1955 mit der Staatlichen Prüfung für Musiklehrer abschloss. Einer seiner bekanntesten Schüler auf der historischen Blockflöte war der japanische Dirigent und Komponist Masaaki Hayakawa.
Seit 1954 widmete Karl Stangenberg sich einige Jahre auch der Malerei. Eine Auswahl seiner Bilder ist im Museum Stangenberg Merck in Seeheim-Jugenheim ausgestellt.
1959 gründete Karl Stangenberg zusammen mit dem Konzert- und Oratoriensänger Friedrich Brückner-Rüggeberg die Capella Monacensis – Münchner Solistenvereinigung zur Pflege alter Musik e. V., der er als Erster Vorsitzender und Geschäftsführer bis 1972 vorstand. Von 1963 bis 1985 unternahm Karl Stangenberg zusammen mit der Capella Monacensis weltweite Tourneen als Blockflötensolist. Er gab Konzerte in Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, der Dominikanischen Republik, Venezuela, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Indien, Ceylon, Singapur, Hongkong, China, Japan, Korea, Malaysia, auf den Philippinen, in Thailand und im Iran. Eine große Anzahl von Radio-, Film- und Fernsehaufnahmen im In- und Ausland entstanden parallel; zu dieser Zeit wurden etwa 20 Tonträger eingespielt. Seinen letzten öffentlichen Auftritt als Musiker hatte Karl Stangenberg am 25. September 1985 im gotischen Saal des hessischen Landesmuseums in Darmstadt.
1985 erfolgte ein konsequenter Wechsel von der Musik zur Lyrik. Ab 1986 veröffentlichte er eigene Gedichte, seitdem konzentriert er sich ausschließlich auf Lyrik. 1992 erschien der erste Stangenberg-Gedichtband „Gedanken Spiele“.
Stangenbergs Gedichte nehmen heute einen festen Platz im Bereich der deutschen Gegenwartslyrik und der Komischen Lyrik ein. Schauspieler wie Charlotte Asendorf oder Walter Renneisen lesen auf Tonträgern und auf Veranstaltungen Stangenberg-Gedichte.
Karl Stangenberg war seit 1956 mit der 2014 verstorbenen Malerin Heidy Stangenberg-Merck verheiratet. Er lebt und arbeitet in München. Ihr gemeinsamer Sohn ist Frank Stangenberg-Haverkamp.
Werke Musik (Auswahl)
Werke Lyrik:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stangenberg, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker und lyrischer Dichter |
| GEBURTSDATUM | 19. August 1928 |
| GEBURTSORT | Oberhausen |