Karl von Kczewski

Oskar Karl von Kczewski (* 1. November 1833 in Danzig; † 23. Januar 1924 in Berlin-Wilmersdorf) war ein preußischer General der Infanterie.

Leben

Herkunft

Karl war ein Sohn des preußischen Hauptmanns Wilhelm von Kczewski († 1847) und dessen Ehefrau Auguste, geborene Schulz.

Militärkarriere

Nach dem Besuch des Kadettenkorps wurde Kczewski am 26. April 1851 als charakterisierter Portepeefähnrich dem 5. Infanterie-Regiment der Preußischen Armee in seiner Heimatstadt überwiesen. Bis Anfang Dezember 1852 avancierte er zum Sekondeleutnant und war ab April 1855 auf ein Jahr als Adjutant zum 1. kombinierten Reserve-Bataillon kommandiert. Zur weiteren Ausbildung absolvierte Kczewski von Oktober 1859 bis Juli 1862 die Kriegsakademie und stieg zwischenzeitlich zum Premierleutnant auf. Daran schloss sich bis Ende Juni 1863 eine Kommandierung zum Garde-Pionier-Bataillon an. Unter Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 14. August 1865 seine Ernennung zum Kompaniechef. In dieser Funktion nahm Kczewski 1866 während des Krieges gegen Österreich an den Trautenau und Königgrätz teil und wurde mit dem Kronen-Orden III. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Im folgenden Krieg gegen Frankreich wirkte er 1870/71 in den Schlachten bei Colombey, Gravelotte und Noisseville sowie der Belagerung von Metz.

Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz und dem Mecklenburgischen Militärverdienstkreuz II. Klasse wurde Kczewski nach dem Vorfrieden von Versailles am 1. April 1871 mit einem Patent vom 1. Oktober 1862 in das 4. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 17 versetzt. Am 15. August 1871 rückte er zum Major beim Stab auf und war vom 19. Dezember 1871 bis zum 19. November 1873 Kommandeur des I. Bataillons in Mülhausen. Anschließend folgte seine Versetzung nach Görlitz als Kommandeur des 1. Schlesischen Jäger-Bataillons Nr. 5. In dieser Stellung wurde er am 22. März 1877 zum Oberstleutnant befördert.

Ab dem 5. Februar 1878 war er Kommandeur des in Königsberg stationierten Füsilier-Bataillons im 2. Ostpreußischen Grenadier-Regiment Nr. 3. Anlässlich der großen Militärübungen im Herbst 1879 war Kczewski als Führer der an den Manövern als Beobachter teilnehmenden ausländischen Offizieren kommandiert. Für diesen Dienst erhielt er das Kommandeurkreuz des Belgischen Leopold-Ordens (Erlaubnis zur Annahme am 13. Januar 1880), den Russischen Orden der Heiligen Anna II. Klasse (13. Mai 1880) sowie das Kommandeurkreuz des Ordens der Krone von Italien (14. August 1880). Unter Stellung à la suite wurde Kczewski am 22. März 1881 mit Wirkung zum 1. April zunächst mit der Führung des Infanterie-Regiments Nr. 128 beauftragt und am 2. Juni 1881 zum Kommandeur dieses Verbandes ernannt. In dieser Eigenschaft rückte er Mitte September des Jahres zum Oberst auf und war Ende Mai des Folgejahres zu der in Potsdam stattfindenden Nagelung und Weihe sowie der seinem Regiment verliehenen Fahnen kommandiert.

Unter Stellung à la suite des Regiments beauftragte man ihn am 5. Februar 1887 mit der Führung der 20. Infanterie-Brigade. Kurz darauf wurde Kczewski am 8. März 1887 Generalmajor und Kommandeur dieser Brigade. Mit der Beförderung zum Generalleutnant erfolgte am 24. März 1890 mit Wirkung zum 1. April 1890 seine Ernennung zum Kommandeur der 35. Division in Graudenz. In dieser Stellung erhielt Kczewski anlässlich des Ordensfestes den Stern zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub. Am 8. März 1893 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt, verlieh ihm Wilhelm II. den Kronen-Orden I. Klasse mit Schwertern am Ringe und am 12. September 1894 wurde Kczewski der Abschied mit dem Charakter als General der Infanterie genehmigt.

Familie

Kczewski war mit Klara Matthias († 1925) verheiratet. Aus der Ehe gingen die Töchter Eva (1867–1923) und Frieda (* 1871) hervor.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Militair-Wochenblatt. Beilage zu Nr. 41 für den 13. Oktober 1866, S. 12.
  2. ↑ E. Pauly: Geschichte des 2. Ostpreußischen Grenadier-Regiments Nr. 3. Zweiter Theil: 1800–1885. Mittler & Sohn, Berlin 1885, S. 529, 534–535.
  3. ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 6 vom 21. Januar 1891, S. 162.
  4. ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 22 vom 18. März 1893, S. 611.
Personendaten
NAME Kczewski, Karl von
ALTERNATIVNAMEN Kczewski, Oskar Karl von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG preußischer General der Infanterie
GEBURTSDATUM 1. November 1833
GEBURTSORT Danzig
STERBEDATUM 23. Januar 1924
STERBEORT Berlin-Wilmersdorf