Karla Zipfel

Karla Zipfel (* 1993 in Freiburg im Breisgau) ist eine deutsche Künstlerin, die mit Installationen und skulpturalen Arbeiten die Ästhetiken der bundesdeutschen Mittelklasse und postmodernen Alltagsarchitektur thematisiert. Sie wurde mit einer auf Instagram und TikTok dokumentierten Serie über postmoderne Gebäude und Interieurs in westdeutschen Kleinstädten bekannt.

Leben

Zipfel studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Stella Geppert, wo sie 2019 eine Abschlusspräsentation zeigte. Von 2019 bis 2023 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Wirken

In ihren Arbeiten befasst sich Zipfel mit Oberflächen des öffentlichen Raums – von Einfamilienhäusern bis zu Fassadenreliefs an Sparkassengebäuden – als Sinnbilder für gesellschaftliche Sehnsüchte nach Wohlstand sowie für Werte wie Fleiß, Sparsamkeit und soziale Absicherung. Auf ihren Kanälen in den sozialen Medien inszeniert sie humorvoll postmoderne Fundstücke, oft musikalisch mit dem Italo-Schlager Sarà perché ti amo unterlegt, und erreicht damit regelmäßig sechsstellige Abrufzahlen. Ihre Solopräsentation Hauswirtschaft in der Galerie für Gegenwartskunst Freiburg wird im Rahmen der trinationalen Regionale 26 vom 29. November 2025 bis 18. Januar 2026 gezeigt. Die Ausstellung zieht ästhetische Parallelen zwischen Eigenheim-Architektur in der deutschen Provinz und dem Sparkassen-Design und untersucht deren Rolle als „museale Hülle“ des „alten BRD-Kapitalismus“ (taz). Zuvor war ihre Arbeit Ganz andere Wärme in der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg in der Ausstellung In with the New bis zum 12. Januar 2025 zu sehen; die Arbeit entstand als Neuproduktion innerhalb der Agentur für Aufbruch (HALIS/Werkleitz) und wurde im September und Oktober 2024 erstmals in Halle (Saale) gezeigt. 2023 beteiligte sie sich an der Regionale 24: Will I still perform tomorrow? im Kunstverein Freiburg. Bereits 2020/2021 war sie Teil der Regionale 21 in der Kunsthalle Basel. Für den Kunstpreis »junger westen« 2023 der Kunsthalle Recklinghausen wurde sie für die Ausstellung ausgewählt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Karla Zipfel: Die Sehnsucht der Mittelschicht. In: Artline Kunstmagazin. 21. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  2. 1 2 3 Maximilian Hossner: Postmoderne Architektur in der Provinz: Wie eine museale Hülle des alten BRD-Kapitalismus. In: taz. 10. Dezember 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  3. ↑ CLOUDSLIME – Abschlusspräsentation von Karla Zipfel (Klasse Stella Geppert). In: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 4. Juli 2019, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  4. ↑ „Hübbelbummler-Touren“ in Siegen. In: Stadtbesetzung. 29. August 2024, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  5. 1 2 Regionale 26: Karla Zipfel, Hauswirtschaft. In: Galerie für Gegenwartskunst Freiburg. 29. November 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  6. ↑ Ganz andere Wärme von Karla Zipfel in den Deichtorhallen Hamburg. In: Werkleitz Gesellschaft. 7. Januar 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  7. ↑ Regionale 24: Will I still perform tomorrow? In: Kunstverein Freiburg. 21. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  8. ↑ Regionale 21: Situation 1 Und Andere at Kunsthalle Basel. In: Contemporary Art Library. 28. November 2020, abgerufen am 10. Dezember 2025 (englisch).
  9. ↑ Kunstpreis »junger westen« 2023 – Skulptur, Plastik, Installation. In: Kunsthalle Recklinghausen. 3. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
Personendaten
NAME Zipfel, Karla
KURZBESCHREIBUNG deutsche Künstlerin
GEBURTSDATUM 1993
GEBURTSORT Freiburg im Breisgau