Karmelitengeist

Karmelitengeist, auch Karmelitergeist, ist ein alkoholhaltiger Extrakt aus verschiedenen Pflanzen wie Melisse, Muskatnuss, Koriander, Zimt, Zitrone, Angelikawurzel und anderen Bestandteilen, den die Karmelitinnen der französischen Abtei St. Juste unter der Bezeichnung Eau de Carmes für Karl V. von Frankreich hergestellten. Die genaue Rezeptur wurde lange geheim gehalten. Karmelitengeist wurde innerlich angewendet, indem man einige Tropfen gegen drohende Erkältungen sowie bei Beschwerden im Magen- und Darmbereich einnahm. Äußerlich diente er als Einreibemittel. Karmelitengeist ist der Vorläufer des heute eher geläufigen Melissengeistes.

An der weißen Fassade eimes historischen Gebäudes hängen übereinander – oben: eine Metalltafel mit der Inschrift „Echtere Regensburger Karmelitengeist. Seit 1721“, unten ein kleiner verglaster Schaukasten mit historisch anmutenden Flyern und Produktproben.
Tafel und Schaufkasten an der Klosterpforte in Regensburg

Auf Basis des französischen Eau de Carmes entwickelte der Regensburger Pater Ulrich Eberskirch 1721 ein ähnliches Destillat, das seitdem und bis in die Gegenwart als Echter Regensburger Karmelitengeist vermarktet wird, unter anderem direkt an der Klosterpforte des dortigen Karmelitenklosters. Das Elixier diente vermutlich Maria Clementine Martin als „Vorbild“ für ihr Produkt Klosterfrau Melissengeist, das sie 1826 auf den Markt brachte.

Einzelnachweise

  1. ↑ Otto Geßner: Die Gift- und Arzneipflanzen von Mitteleuropa (Pharmakologie, Toxikologie, Therapie). Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1953, S. 437.
  2. ↑ Meyers Konversations-Lexikon, Band 9, S. 9.547, 1888.
  3. 1 2 Christoph Renzikowski: Seit 300 J. hüten Regensburger Karmeliten ein Geheimrezept. Geist aus der Flasche. In: domradio.de. 13. Februar 2021, abgerufen am 22. September 2026.
  4. ↑ Karmelitenkloster St. Joseph | Karmelitengeist. Abgerufen am 22. September 2026.