Katzelmacher

Wirtshausschild in München. Die Tafel zeigt einen wandernden Holzlöffelverkäufer.
Maledetto Katzelmacker anti-italienische Propagandaschrift aus dem Ersten Weltkrieg von Arpad Schmidhammer.

Katzelmacher (auch: Katzlmacher) ist eine inzwischen selten verwendete abschätzige Bezeichnung für Gastarbeiter (insbesondere italienischer Herkunft).

Wortherkunft

Das Wort Katzelmacher leitet sich wohl aus dem lateinischen catinus, Althochdeutsch chez(z)il ab (Mittelhochdeutschen kezzel, daraus heute: Kessel) und bedeutet ursprünglich „Kesselmacher“. Daneben steht auch spätlateinisch cattia, aus dem sich das Wort Gatzel entwickelte, ein hölzerner Schöpflöffel. So wurde der Ausdruck ciaz, ciaza wohl auf jene fahrenden ladinischen Holzschnitzer aus Gröden (heute berühmte Madonnenschnitzer) übertragen, die derlei hölzerne Küchengeräte zum Kauf anboten.

Es ist z. B. im Pinzgau überliefert, dass bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hinein jährlich im Frühsommer „Gatzlmacher“ aus Italien über den Felbertauern kamen, um die „Gatzl“ genannten Holzlöffel und -schöpflöffel und andere kleine Dinge aus Holz feilzubieten, die den Winter über in ihren heimischen Bergdörfern produziert worden waren. Der nächste Schritt mag die Übertragung von den Ladinisch Sprechenden auf Italienisch Sprechende gewesen sein, das Wort findet sich piemontes.-venezianisch als cazza, für piemontesisches Zinngeschirr, das durch Wanderhändler über die Alpen kam, und kann wohl mit den wandernden Kesselflickern in Verbindung gebracht werden.

Das Wort ist schon seit 1741 in Wien verbreitet, seine negative Konnotation als Ethnophaulismus für Italiener gewann es wohl erst im Ersten Weltkrieg (vergleiche Welsche). Später ging es allgemein auf „Südländer“ über. Insbesondere Gastarbeiter des europäischen Mediterraneums (Italiener, Griechen, Spanier) wurden in Österreich und Deutschland mit diesem Wort belegt.

Volksetymologie

Andere volksetymologische Ableitungen sind:

Rezeption in den Künsten

Rainer Werner Fassbinders Drama Katzelmacher (1968) und sein Film Katzelmacher (1969) nehmen auf den Begriff Bezug.

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag im Etymologie-Duden
  2. ↑ Charles Berlitz: Die wunderbare Welt der Sprachen. Zsolnay, Wien/Hamburg 1982, ISBN 3-552-03418-8.