Kelly Nickels

Kelly Nickels (bürgerlich Henri Perret; * 5. Januar 1962 in Montauban, Frankreich) ist der ehemalige Bassist der Bands L.A. Guns und Faster Pussycat.

Leben

Leben vor der Profimusik (bis 1981)

Nickels ist als Henri Perret in Frankreich geboren. Seine Familie war musikalisch. Sein Bruder spielte Gitarre und sein Onkel ist der französische Sänger Pierre Perret. Als er zwei Jahre alt war, zog seine Familie nach Atlanta, Georgia und zog schließlich nach New York City. Eines Tages bekam er von Eltern von Freunden zu Weihnachten drei Alben geschenkt: Alive!, Aerosmith und ein frühes Album von Black Sabbath. In seiner Kindheit in Georgia war zunächst sein größtes Hobby das Motorradfahren in den Wäldern. Nach dem Umzug nach New York wurden die Motorräder seiner Familie innerhalb von Tagen gestohlen und er bekam von seinem Vater einen 150 Dollar Fender Jazz-Bass geschenkt. Laut eigenen Angaben hatte er nur eine Unterrichtsstunde, in der ihm der Lehrer fehlendes Talent unterstellte. Daraufhin beschloss er, sich das Bassspiel autodidaktisch beizubringen.

Start in der Musik und Virgin Steele (1981)

In der Highschool spielten die beiden Brüder mit einem Schulfreund, einem Schlagzeuger, häufig in dessen Keller zusammen. Man spielte auch erste Konzerte, bei denen die eigenen Eltern für die Ticketverkäufe und den Einlass zuständig waren. Sein Bruder hatte jedoch keine weiteren Bestrebungen in der professionellen Musik. Zunächst arbeitete Nickels nach der Highschool bei Goodyear und wechselte Reifen. Er wurde jedoch bei der Arbeit von einem Musiker angesprochen, der gerade nach Roadies suchte. Danach arbeitete Nickels zirka 4 Jahre als Roadie entlang der US-amerikanischen East Coast. Die Band hieß Hot Shot und war eine frühe Inkarnation der Band Danger Danger, in der unter anderem Bruno Ravel und Steve West mitspielten. Nach seiner Roadiezeit beschloss Nickels, selbst mehr Bass zu spielen, da gerade Bands wie Mötley Crüe und Hanoi Rocks angesagt waren. Zunächst spielte er in New York in einer Band namens Angels in Vein. Mit dieser Band machte er eine Reise nach L.A. Das Bandmitglied der Band, das die L.A. Reise organisierte, verließ die Band jedoch plötzlich. Nickels blieb in L.A. und spielte in einer Band namens Sweet Pain, die 1985 ein Studioalbum veröffentlichte. Nickels war jedoch sehr unzufrieden mit der Band und verließ sie schnell wieder. Er lebte danach mit seiner Freundin Rachel und deren Mutter in Venice Beach, Los Angeles. Danach arbeitete er einige Zeit als Motorradbote.

Faster Pussycat (1986–1987)

1986 wurde Nickels Bassist bei Faster Pussycat. Er hatte Taime Downe am Melrose Avenue in einem Second-Hand-Laden namens Flip kennengelernt. Die Band wurde von Vicky Hamilton gemanaged und bekam durch sie einen Plattenvertrag bei Elektra Records. Bevor die Band ihr Album aufnahm, hatte Nickels im Oktober 1986 einen schweren Motorradunfall an der Ecke Sunset Strip/Highland Avenue in Los Angeles. Er wurde auf dem Weg zu einer Probe auf dem Motorrad von einem Auto erwischt. Sein linkes Bein war an sieben Stellen gebrochen. Er war drei Monate im Krankenhaus und hatte zehn Operationen. Der Fahrer beging Fahrerflucht und wurde nie identifiziert. Die Bandmitglieder besuchten Nickels im Krankenhaus und Nickels gab ihnen die Erlaubnis, mit einem neuen Bassisten das Debütalbum aufzunehmen, um den Plattenvertrag bei Elektra nicht zu gefährden. Auch sein Nachfolgebassist Eric Stacy besuchte ihn im Krankenhaus, um sich bei ihm vorzustellen. Nickels versteht die Entscheidung bis heute, da er selbst nicht wusste, ob und wie er jemals wieder gesund werden würde. Nickels verbrachte Weihnachten 1986 zuhause in New York, wo er herausfand, dass Tracii Guns sich für ihn als Bassist bei den L.A. Guns interessierte und deswegen bei seinen Eltern anrief.

L.A. Guns (1987–2001)

1987 trat Nickels schließlich den wiedergegründeten L.A. Guns bei. Nickels hatte Guns bereits zuvor im Rainbow kennengelernt. Auch den Rhythmusgitarristen Mick Cripps kannte Nickels zu dieser Zeit schon durch einen Kleidungsladen in Melrose, in dem Mick arbeitete. Da diese Band zu diesem Zeitpunkt noch keine Alben veröffentlicht hatte und hauptsächlich durch die Gründung von Guns N Roses bekannt geworden war, spielte Nickels auf den ersten und bekanntesten L.A. Guns Alben. Zur Zeit, als er den L.A. Guns beitrat, hatte er noch einen Gips. Die Band trennte sich zu dieser Zeit von Sänger Paul Black und Gitarrist Robert Stoddard, und Mick Cripps wechselte vom Bass an die Rhythmusgitarre. In der Anfangszeit der Band wohnte Nickels mit Gitarrist Mick Cripps zusammen. Die Band wurde zu dieser Zeit von dem Engländer Alan Jones, dem Chef von dem Kleidungsgeschäft in Melrose, in dem Mick Cripps zu dieser Zeit arbeitete, der Manager der Band. Er stellte der Band auch den Engländer Phil Lewis vor, der schließlich der Sänger der Band wurde. Das Debütalbum der Band war in großen Teilen schon geschrieben, als Nickels und Riley in die Band kamen. Einige Songs mussten aber auch umgeschrieben werden. 1988 erschien das gleichnamige Debütalbum der Band. Bereits nach den Aufnahmen der Band verließ Nickey Alexander die Band und Steve Riley wurde der neue Schlagzeuger der Band. Auf dem zweiten Album der Band, Cocked & Loaded, schrieb Nickels mehr an den Songs mit und er behauptet auch, den Hit der Band, The Ballad of Jane, geschrieben zu haben. Die Band entschied sich jedoch damals dazu, dass jedes Bandmitglied an jedem Song zu gleichen Teilen beteiligt ist. Als Anfang vom Ende der Band bezeichnete er den Rauswurf von Schlageuger Steve Riley, der laut Nickels deshalb erfolgte, da Lewis und Guns auf dessen Position als Bandchef neidisch waren. Nickels sagte dazu, dass er damals bereits wusste, dass diese beiden "Dummköpfe" (Knuckleheads) die Band nicht führen könnten. Nach einem weiteren Album, Vicious Circle, kam Schlagzeuger Steve Riley zurück. Nach einer Tour verließen jedoch Lewis und Cripps die Band und suchten sich normale Jobs. Auch musikalische Differenzen sollen eine Rolle gespielt haben. Auf dem nächsten Album wollte Tracii Guns mit dem neuen Sänger Chris Van Dahl eine Metal-Richtung einschlagen, woraufhin Nickels die Band verließ. Dieses Album musste bei CMC International erscheinen, da die Band ihren Plattenvertrag bei Polydor verlor. Nach seinem Ende bei den L.A. Guns lernte Nickels bei seinem Bruder den Beruf des Grafikdesigners. 1999 kehrte Nickels kurz zur Band zurück.

Steve Riley's L.A. Guns (2018–2025)

2016 zebrach die bestehende L.A. Guns Besetzung von Phil Lewis (Gesang) und Steve Riley (Schlagzeug) durch die Tatsache, dass Phil Lewis sich mit dem Originalgitarristen Tracii Guns zusammenschloss und damit formal die bestehende Besetzung der Band verließ. Schlagzeuger Steve Riley, der damit formal aus seiner Band geflogen war, beschloss aber 2018, selbst wieder Konzerte als L.A. Guns zu spielen. Hierfür heuerte er Kelly Nickels an, der bereits seit 2001 nicht in der Band gespielt hatte. Auch Mick Cripps, mit dem Nickels noch befreundet ist, wurde für diese Band angefragt, sagte jedoch ab.

2020 erschien unter diesem Bandnamen das Album Renegades. Ironischerweise veröffentlichte die L.A. Guns Version von Lewis und Guns zur selben Zeit auch Alben unter den Bandnamen L.A. Guns. Für Riley selbst stellte diese Doppelnennung kein Problem dar, und er gab an, keine persönlichen Probleme mit Lewis und Guns zu haben.

Lewis und Guns versuchten jedoch erfolgreich, die Namensrechte der L.A. Guns für sich zu beanspruchen. Man einigte sich vor Gericht und so musste Steve Rileys Band sich ab April 2021 Steve Riley's L.A. Guns nennen. 2023 veröffentlichte man als Steve Riley's L.A. Guns das Album The Dark Horse.

2023 starb jedoch auch Schlagzeuger Steve Riley an einer Lungenentzündung, woraufhin Steve Riley's L.A. Guns 2025 ihre Auflösung bekannt gaben.

Phil Lewis behauptete, dass Nickels und Cripps für die Reunion der Band angefragt wurden, was Nickels jedoch als Lüge bezeichnete.

Nickels machte für Steve Riley's L.A. Guns auch die Coverartworks und die Website.

Privates Leben und weitere berufliche Laufbahn

Sein Onkel ist der französische Sänger Pierre Perret. Vor seiner Karriere als Musiker arbeitete er als Roadie für Bands. Er arbeitet seit 1993 als Grafikdesigner. Er hat außerdem eine Kleidungsfirma namens Montauk Salvage Company.

Kelly Nickels war mit Kelly Cunningham, Mutter der Schauspielerin Emma Roberts, zusammen. Aus dieser Beziehung stammt die 2001 geborene Tochter Grace Nickels. Aktuell ist er mit Maria Nickels verheiratet.

Er ist heute noch mit Taime Downe von Faster Pussycat und seinem Ex-Bandkollegen Mick Cripps befreundet.

Diskografie

Sweet Pain

  • Sweet Pain (1985)

L.A. Guns

  • L.A. Guns (1988)
  • Cocked & Loaded (1989)
  • Hollywood Vampires (1991)
  • Cuts (1992)
  • Vicious Circle (1994)
  • Greatest Hits and Black Beauties (1999)
  • Ultimate L.A. Guns (2002)
  • Hollywood Forever (2012) (Song 11)

Riley’s L.A. Guns

  • Renegades (2020), als L.A. Guns
  • The Dark Horse (2023)

Einzelnachweise

  1. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.
  2. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.
  3. ↑ kellynickels. Abgerufen am 10. September 2026.
  4. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.
  5. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.
  6. ↑ Olivier: Kelly Nickels advises that Mick Cripps declined invitation to be part of Steve Riley’s L.A. Guns - Sleaze Roxx. 15. Dezember 2018, abgerufen am 10. September 2026 (kanadisches Englisch).
  7. ↑ Riley's L.A. Guns: Auflösung bekanntgegeben - RockHard. Abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  8. ↑ Olivier: Mick Cripps and Kelly Nickels asked to be part of Lewis / Guns’ L.A. Guns reunion but both declined - Sleaze Roxx. 11. September 2018, abgerufen am 10. September 2026 (kanadisches Englisch).
  9. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 11. September 2026.
  10. ↑ The Hair Metal Guru: Kelly Nickels: The Untold Story of L.A. Guns. 8. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.