Yoshida Kenkō

Yoshida Kenkō: Idealporträt von Kikuchi Yōsai (1781–1878)

Yoshida Kenkō (japanisch 吉田 兼好), mit bürgerlichem Namen Urabe no Kaneyoshi (卜部 兼好) (* um 1283, wohl in Kyōto; † um 1350, wohl in der Provinz Iga, heutige Präfektur Mie), war ein japanischer Höfling, Dichter und buddhistischer Mönch.

Leben

Urabe no Kaneyoshi wird als Nachkomme des Vizeministers des Ministeriums für Zivilverwaltung, Urabe no Kaneaki (卜部 兼顕) aus Kyōto, beschrieben. Kaneyoshi war zunächst Vizekommandant der Palastgarde zur Linken (左兵衛佐, sahyōe no suke), gab aber nach dem Tod des Herrschers Go-Uda um 1324 sein Leben am Kaiserhof von Kyōto auf, um buddhistischer Priester der Tendai-Sekte zu werden und unter dem neuen Namen Yoshida Kenkō ein Leben als Mönch, jedoch nicht in allzu großer Zurückgezogenheit, zu führen. Er blieb dem Alltagsleben und der Dichtkunst verbunden und fand mit seinem poetischen Werk sogar Eingang in eine offizielle kaiserliche Lyrik-Anthologie.

Tsurezuregusa

Sein heute bekanntestes Werk ist die Prosa-Sammlung Tsurezuregusa (徒然草; zu dt. „Betrachtungen aus der Stille“), welche um 1334–1339 entstand und um 1352 postum veröffentlicht wurde. Als Klassiker der japanischen Literatur gehörte sie zum unverzichtbaren Bildungsgut vieler Generationen von Japanern und wurde als Musterbeispiel der in Japan beliebten Zuihitsu-Gattung (d. h. Miszellenliteratur, Essays) angesehen. Die 243 Abschnitte folgen dem ästhetischen Konzept des Wabi-Sabi, des Unvollständigen, Unperfekten, Improvisierten sowie des Flüchtigen, Unbeständigen. Kenkōs Prosa ist – ebenfalls typisch für die Gattung – von Melancholie, Individualismus und Sehnsucht nach der Vergangenheit geprägt. Die Verbreitung des Tsurezuregusa in der Öffentlichkeit nahm vor allem im späten 16. Jahrhundert mit den Druckversionen zu.

Berühmte Zitate

Anmerkungen zu seiner Person

Literatur

Hörspiel