Kerstin Steeb

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Kerstin Steeb (* 6. Juni 1982 in Gießen) ist eine deutsche Musiktheaterregisseurin und Bewegungswissenschaftlerin.

Leben

Steeb kam zufällig ans Theater. Sie absolvierte in ihren Jugendjahren ein Kostümpraktikum am Stadttheater Bielefeld und begann sich so für das Theater zu interessieren. Während ihrer Schulzeit setzte sie sich mit Inszenierungen von Christian von Götz auseinander, einem Regisseur, der sie in jungen Jahren stark prägte. Nach Abschluss des Abiturs 2001 zog sie nach Hamburg, wo sie Sport und historische Musikwissenschaft studierte und 2007 das Diplom mit einer Arbeit zu Regiearbeit im postdramatischen Musiktheater erlangte. Neben dem Studium arbeitete und assistierte sie immer wieder am Theater (Stadttheater Gießen / Stadttheater Augsburg / Musicaltheater Bremen) u. a. bei Christian von Götz und Ulrich Peters.

Im Herbst 2007 nahm sie ihr Studium der Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg auf, welches sie mit der Tanzoper „Les Enfants Terribles“ von Philip Glass nach fünf Jahren erfolgreich beendete.

Erste Opern-Regieaufträge nach Abschluss des Regiestudiums führten sie an verschiedene Staats- und Stadttheater wie etwa an die Hamburgische Staatsoper (Kinderoper „Eloise und die Vampire“ von Karl Jenkins), ans Theater Pforzheim (u. a. Barbiere von Sevilla von Gioachino Rossini) und ans Theater Lüneburg (Gold von Leonard Evers). Im Frühling 2020 debütierte sie mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ am Theater Hagen und erzielte einen großen Erfolg beim Publikum und in der Presse. Außerdem arbeitet Steeb regelmäßig am Hamburger Opernloft, wo sie mit innovativen Bearbeitungen von bekannten Opernstoffen das im Opernloft etablierte Format „Oper in Spielfilmlänge“ innovativ umsetzt und ein breites Publikum begeistert. Ihre Inszenierung von Don Giovanni mit Musik von W.A. Mozart und Soundbearbeitungen von Tom Gatza wurde in der Autorenumfrage der Deutschen Bühne in der Kategorie Oper nominiert.

Strandrecht (engl. The Wreckers) war ihre erste Auseinandersetzung mit der englischen Komponistin und Suffragette Ethel Smyth, deren Werk nur äußerst selten in Deutschland gespielt wird. Steeb erzählt darin den Mut einer jungen Frau, die sich gegen die Dorfgemeinschaft auflehnt, um Menschenleben am Strand zu retten und scheut sich nicht, Parallelen zu heute zu ziehen.

Von 2012 bis 2019 inszenierte Steeb das „Kanu-Wandertheater“ im Rahmen des Kultursommers Herzogtum Lauenburg. Bei diesem offenen Theaterformat erlebt das paddelnde Publikum entlang einer 7,5 km langen Strecke ein Stationentheater bestehend aus gesungenen, gesprochenen und choreographierten Szenen, dargestellt von jeweils circa 100 professionellen Schauspieler und Musiker und Laien aus der Region. Kerstin Steeb schrieb dafür eigene Fassungen von bekannten Werken wie dem Sommernachtstraum, der Zauberflöte oder die Odyssee. Die Regisseurin erarbeitet mit Kindern und Jugendlichen regelmäßig an Hamburger Schulen im Auftrag des Kulturforums 21 und des Programms Kulturagenten für kreative Schulen Projekte, wie beispielsweise der Kurzfilm „Zauberflöte made in Dulsberg“. Sie arbeitet seit 2013 als freie Mitarbeiterin am Thalia Theater jung&mehr. Für junges Publikum inszeniert sie regelmäßig Opern für Kinder und Jugendliche, wie bspw. „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid am Theater Lüneburg, eine Inszenierung die eigentlich als partizipatives Projekt mit Jugendlichen angedacht wurde, aber aufgrund der Covid-19-Pandemie zum mobilen Klassenzimmerstück für eine Sängerin umgearbeitet werden musste.

Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet Kerstin Steeb seit 2007 als Dozentin am Fachbereich Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg und bildet Sportstudenten im Turnen und Tanzen aus. Seit 2015 engagiert sie sich ehrenamtlich als Turnlehrerin für Refugees im ETSV Hamburg und ist aktives Mitglied bei Pro Quote Bühne.

Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Bezirk Hamburg-Bergedorf.

Inszenierungen

2011 bis 2013

2014 bis 1017

Seit 2018

Einzelnachweise

  1. ↑ Leonie Molls: Von Hüllhorst nach Hamburg. In: nw.de. 25. Februar 2013, abgerufen am 17. Februar 2024.
  2. ↑ Kerstin Steeb: Bewegungsregie. Überlegungen zur Regiearbeit im postdramatischen Musiktheater, Akademiker Verlag, 2012.
  3. ↑ https://opernmagazin.de/grosse-kunst-in-hagen-glucks-orfeus-und-eurydike/ in Das Opernmagazin, am 1. März 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  4. ↑ Sören Ingwersen: Opernloft: Regisseurin demontiert den Macho „Don Giovanni“. In: welt.de. 1. Oktober 2019, abgerufen am 27. Januar 2024. Die Welt, 1. Oktober 2019. Abgerufen am 30. September 2020.
  5. ↑ Die Deutsche Bühne, Ausgabe 8/2020.
  6. ↑ Interview mit Kerstin Steeb, Theater SZENE, S. 54, Ausgabe Dezember 2019.
  7. ↑ Offizielle Website von Kerstin Steeb https://www.kerstinsteeb.de/?page_id=40. Abgerufen am 7. Oktober 2020
Personendaten
NAME Steeb, Kerstin
KURZBESCHREIBUNG deutsche Musiktheaterregisseurin und Bewegungswissenschaftlerin
GEBURTSDATUM 6. Juni 1982
GEBURTSORT Gießen