Ketonge

Ketonge im Kostüm von Georg Herold (Köln 2015)

Ketonge (bürgerlich Manfred Ruecker, * 3. Mai 1974 in München) ist ein deutscher Komponist, Bildhauer und Medienkünstler.

Leben

Ketonge studierte Kunst, Musik und Psychologie an der Kunstakademie Düsseldorf, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Hochschule für Musik und Tanz Köln (bei Johannes Fritsch und Paulo Álvares) sowie an den Universitäten Köln und Siegen (u. a. Zusatzstudium Musiktherapie bei Hartmut Kapteina und Psychologie bei Friedrich Wolfram Heubach) und graduierte mit den Abschlüssen Diplom, Meisterschüler und Zertifikat in den Jahren 2005/2006. Er arbeitete im Bereich Bildhauerei (Klangbildhauerei) und Videokunst (Videoproduktionen im Studio David Larcher und Matthias Neuenhofer an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM)), und war Meisterschüler von Georg Herold und Oswald Wiener. Zwei Semester Gaststudium absolvierte er bei Albert Oehlen an der Kunstakademie Düsseldorf.

Ketonge ist unter anderem beeinflusst durch die Musik eines Karlheinz Stockhausen und begann Anfang der 1990er Jahre erste elektronische Stücke zu komponieren. Er war beziehungsweise ist Mitglied mehrerer Ensembles für experimentelle Musik u. a. bei Fantasmophonika mit Simon Rummel und den Singenden Landschaftsmalern mit Oxana Omelchuk und Constantin Herzog. Langjährig arbeitete er zusammen mit dem Schlagzeuger und Musikwissenschaftler Florian Dietz.

Er veröffentlichte CDs und DVDs, u. a. die DVD Klangsichten (2004) und die CD Elektronic Muzik (2010). Seine Konzerte und Performances wurden mehrfach im Radio und TV dokumentiert, etwa die Produktion mit dem Komponisten und Jazzpianisten Simon Rummel zu Themen der experimentellen Kunst und Musik. Zu hören ist er auch auf Rummels Album Singinging (2023).

Für die Junge Akademie Berlin (Fraunhofer-Institut) hielt er Gastlehraufträge und erstellte eine Internetvorlesung.

Ketonge erfand ein neues Musikinstrument mit Namen vuvulectra, einer Kreuzung der südafrikanischen Vuvuzela und elektrischen und elektronischen Bauteilen.

In den Jahren 2024 und 2025 baute Ketonge ein neues Streich- und Doseninstrument mit Namen Raviosonarli nach Plänen von Professor Rolf Gehlhaar (Feedack Studio Papers, 1978) und wurde damit freundlicherweise vom Institut IFM und der Stadt Köln gefördert. Dies führte neben zahlreichen Veröffentlichungen auf vielen gängigen Plattformen zur gleichnamigen Online-Produktion.

Ketonge lebt im Rheinland.

Rezeption

„Ketonge steht zwischen den Disziplinen der (neuen) Musik und der Bildenden Kunst. Die Realisierung seiner komplexen Theorien umfasst (…) die Thematik des Klanges innerhalb verschieden gebauter Räume. (…) Ketonge arbeitet interdisziplinär – elektronische Musik, Bildhauerei und Video. Das Gebiet der neuen Medien und der Musik ganz bewusst auch auf die Bereiche der Bildenden Kunst auszudehnen, ist sein starkes Interesse. Ein ‚Konzert‘, wo er am Mischpult agiert, ist zugleich eine Performance, ein Ritual, ein Set, ein Ereignis – in seine Teile zerlegt, bestehend aus elektronischem und analogem Sound, Geräuschen, Musiktheorie, Choreografie, Bühnenbild, Objekten, Bildern, und Skulpturen. Ketonges Kompositionen sind die Verknüpfung dieser Elemente.“ (Georg Herold, 2005)

Ehrungen und Auszeichnungen

Im Jahre 2000 erhielt er mit dem Ensemble Die Kugel mit Dorothee Haddenbruch, Ligia Liberatori, Josef Rebbe, Simon Rummel und Juan María Solare den zweiten Preis beim 6. Internationalen Musikwettbewerb für junge Kultur Düsseldorf. Im Jahr 2005 erhielt er einen Preis vom Berliner Fraunhofer-Institut (Netzspannungen) für seine theoretischen Überlegungen zu Kunst und Musik.

Konzerte und Ausstellungen (Auswahl)

Commons: Ketonge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Universität Kaiserslautern (Memento vom 18. Juni 2008 im Internet Archive)
  2. ↑ moers festival 2020. In: moers festival..
  3. ↑ Auftritt mit Simon Rummel in Helge hat Zeit Radio Unerwartet
  4. ↑ Ketonges - Internetvorlesung..
  5. ↑ Ketonge. Abgerufen am 8. Februar 2026 (englisch).
  6. ↑ vuvulectra youtube-Video. (englisch).
  7. ↑ „Raviosonarli“ von Ketonge bei Apple Music. 23. Dezember 2025, abgerufen am 7. Februar 2026.
  8. ↑ General-Anzeiger Bonn: Charme der Wellpappe. In: General-Anzeiger Bonn. 2. Juli 2005.
  9. ↑ Manfred KETONGE Ruecker. In: netzspannung.org..
  10. ↑ Universität Düsseldorf..
  11. ↑ Peter V. Brinkemper: „Übermn Fluss“. Lauter junge digitale Migranten in der Deutzer Brücke. In: Neue Rheinische Zeitung. Archiviert vom Original am 26. April 2007; abgerufen am 8. September 2026.
  12. ↑ Moers Festival :: 2000 – 2009. Abgerufen am 8. Februar 2026.
  13. ↑ Museum Ludwig Köln – Ausstellungen. In: web.archive.org. 5. Oktober 2010, archiviert vom Original am 5. Oktober 2010; abgerufen am 2. Oktober 2019.
  14. ↑ Suchresultate: WIM Werkstatt für improvisierte Musik Zürich. In: www.wimmusic.ch..
  15. ↑ Weltkunstzimmer (hg./ed.), Daily Sounds All Around..
  16. ↑ FAR OFF 2018. In: unser-ebertplatz.koeln..
  17. ↑ Love Music: ZWEI SINGENDE LANDSCHAFTSMALER Live @Cologne SUMMER KLAENG 2016. 20. Juli 2016, abgerufen am 8. Februar 2026.
  18. ↑ ketonge. In: Schwingungen Festival am Wasserfall..
  19. ↑ Ketonge . | Komponist/-in. Abgerufen am 8. Februar 2026 (deutsch).
  20. ↑ Play Video- und Performance-Festival – Salve Magazine..
  21. ↑ 2019. In: noiseLAB. Archiviert vom Original am 20. Juli 2019 (englisch).
  22. ↑ Koelner-Stadtanzeiger..
  23. ↑ Rheinische Post..
  24. ↑ Wuppertaler Rundschau..
  25. ↑ Westdeutsche Zeitung..
  26. ↑ 2022_Saal / STROMSPIESSER IX. In: Kunsthaus Essen. Abgerufen am 8. Februar 2026.
  27. ↑ Markus Solty: Invisible People | Film-Rezensionen.de. 30. Oktober 2025, abgerufen am 8. Februar 2026.
  28. ↑ prof. ketonge mitonke: ketonge and michael veltman @kunststation st. peter koeln. 9. Dezember 2023, abgerufen am 8. Februar 2026 (englisch).
  29. ↑ prof. ketonge mitonke: ketonge @ LTK4 koeln. 31. Oktober 2024, abgerufen am 8. Februar 2026 (englisch).
  30. ↑ Rummel, Tan & Ketonge (CN / DE). Abgerufen am 8. Februar 2026.
  31. ↑ Kunstkopf — TheWrongBiennale. Abgerufen am 8. Februar 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Ketonge
ALTERNATIVNAMEN Ruecker, Manfred (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Komponist, Bildhauer und Medienkünstler
GEBURTSDATUM 3. Mai 1974
GEBURTSORT München