| Kiberg Kiiperi | |||
|---|---|---|---|
|
| |||
| Basisdaten | |||
| Staat | |||
| Provinz (fylke) | Finnmark | ||
| Gemeinde (kommune): | Vardø | ||
| Koordinaten: | 70° 17′ N, 31° 0′ O | ||
| Einwohner: | 202 (2020) | ||
| Fläche: | 0,28 km² | ||
| Bevölkerungsdichte: | 721 Einwohner je km² | ||
| Höhe: | 4 moh. | ||
| Verkehr | |||
| Straße: | Europastraße 75 | ||
Blick auf Kiberg | |||
Kiberg (kvenisch Kiiperi) ist eine Ortschaft in der norwegischen Kommune Vardø in der Provinz (Fylke) Finnmark. Im Jahr 2020 hatte das Fischerdorf 202 Einwohner.
Kiberg liegt an der Küste der Barentssee in der Kommune Vardø im äußersten Nordosten Norwegens. Etwa zehn Kilometer weiter nördlich befindet sich die Stadt Vardø. Im Nordosten schließt sich die Landspitze Kibergsneset, der östlichste Punkt des norwegischen Festlands, an die Ortschaft an. In Kiberg mündet die Kibergselva ins Meer.
Die Ortschaft hat eine Fläche von rund 0,28 km². Die Zahl der Einwohner ist rückläufig. Von 2000 bis 2020 sank sie von 277 auf 202 Einwohner. Seit 2021 wird Kiberg vom Statistisk sentralbyrå nicht mehr als eigenständiger Tettsted gewertet.
Westlich von Kiberg verläuft die Europastraße 75 (E75). Sie verbindet Städte wie Vardø und Vadsø mit der weiter südlich verlaufenden Europastraße 6 (E6). Von Kiberg aus stellt der Fylkesvei 8106 die Anbindung an die E75 her.
Die Fischerei ist von großer Bedeutung für die lokale Wirtschaft. In Kiberg werden sowohl Kabeljau als auch Krabben weiterverarbeitet.
Im 16. und 17. Jahrhundert war Kiberg eines der größten Fischerdörfer der Finnmark.
Die erste Erwähnung einer Kirche in Kiberg stammt aus dem Jahr 1589. Sie wurde um das Jahr 1667 abgerissen und durch eine neue Kirche ersetzt, die in Bergen errichtet und nach Kiberg transportiert wurde. Sie zählte zu den reichsten und am besten dekorierten Kirchen der ganzen Finnmark. Im Jahr 1747 wurde sie im Rahmen einer Versteigerung verkauft und später abgerissen.
Im August 1940 kamen die ersten Soldaten der Wehrmacht in Vardø und Kiberg an. In Kiberg bauten die deutschen Besatzer die Küstenbatterie Kiberg auf. Sie gingen gegen die Kommunisten der Region vor, weshalb mehrere Familien in die Sowjetunion flohen. Während die meisten Frauen und Kinder in den Ural geschickt wurden, wurden einige Frauen sowie die meisten Männer vom Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD) angeworben und ausgebildet. Sie wurden unter anderem als Soldaten und Spione eingesetzt.
Ab Oktober 1940 wurden einige der Partisanen nach Norwegen geschickt, um Informationen über die deutschen Besatzer einzuholen. Sie übermittelten unter anderem die Positionen von Transportschiffen, Truppen sowie Lebensmittel- und Waffenlagern der Besatzer. Von den insgesamt 45 Partisanen überlebten nur 18 den Zweiten Weltkrieg.
Im Gegensatz zu den meisten Orten der Finnmark wurde Kiberg beim Rückzug der deutschen Besatzer nicht im Rahmen der Kriegstaktik Verbrannte Erde zerstört. In Kiberg sind deshalb bis heute noch ältere Gebäude erhalten. So blieb unter anderem der Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Hundsethgården erhalten.

Von den 18 überlebenden Partisanen kehrten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 17 nach Kiberg zurück. Das Fischerdorf erhielt dadurch den Beinamen Lille Moskva (deutsch Klein-Moskau). Im August 1948 wurde in Kiberg ein Denkmal für die gefallenen Partisanen enthüllt.
Im Kalten Krieg wurden die kommunistischen Partisanen überwacht. Sie wurden verdächtigt, weiter für die Sowjetunion zu spionieren. Im Gegensatz zu anderen Widerstandskämpfern erhielten die gefallenen Partisanen aus Kiberg nicht die Kriegsmedaille (Krigsmedaljen) post mortem.
Im Sommer 1983 legte Olav V. einen Kranz am Partisanen-Denkmal in Kiberg nieder. Im August 1992 bat König Harald V. schließlich bei einer Rede in Kiberg bei den Betroffenen um Entschuldigung für die Behandlung, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhren. Im Mai 2000 wurde das Partisanen-Museum (Partisanmuseet) in Kiberg eröffnet.
Im Jahr 1520 wurde Kiberg als Krybber erwähnt. Der Name leitet sich möglicherweise vom altnordischen Wort kið (deutsch Kitz) ab. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang mit dem Wort kive, einer Möwenart.