Killing-Form

Die Killing-Form (auch Cartan-Killing-Form) spielt eine wichtige Rolle in der Differentialgeometrie und in der Klassifikation der halbeinfachen Lie-Algebren. Sie ist nach Wilhelm Killing benannt.

Definition

Sei eine Lie-Algebra über dem Körper und ihre adjungierte Darstellung.

Die Killing-Form ist die durch

für definierte symmetrische Bilinearform

,

wobei die Spur bezeichnet.

Eigenschaften

.
.

Beispiele

Die Killing-Form nilpotenter Lie-Algebren ist identisch Null.

Für viele klassische Lie-Algebren lässt sich die Killing-Form explizit angeben:

g
gl(n, R)
sl(n, R)
su(n)
so(n, R)
so(n)
sp(n, R)
sp(n, C)

Riemannsche Metrik auf symmetrischen Räumen von nichtkompaktem Typ

Ein symmetrischer Raum von nichtkompaktem Typ ist eine Mannigfaltigkeit der Form

mit einer halbeinfachen Lie-Gruppe und einer maximal kompakten Untergruppe .

Zu einem symmetrischen Raum hat man eine Cartan-Zerlegung

und man kann den Tangentialraum im neutralen Element mit identifizieren.

Die Killing-Form ist negativ definit auf und positiv definit auf . Insbesondere definiert sie ein -invariantes Skalarprodukt auf und damit eine links-invariante Riemannsche Metrik auf . Bis auf Multiplikation mit Skalaren ist dies die einzige -invariante Metrik auf .

Die Differentialgeometrie symmetrischer Räume beschäftigt sich mit den Eigenschaften dieser Riemannschen Mannigfaltigkeiten.

Klassifikation halbeinfacher Lie-Algebren

Die Killing-Form spielt eine Schlüsselrolle in der Klassifikation der halbeinfachen Lie-Algebren über algebraisch abgeschlossenen Körpern der Charakteristik .

Literatur