Kin Ping Meh

Kin Ping Meh
Allgemeine Informationen
Herkunft Mannheim, Deutschland
Genre(s) Krautrock
Aktive Jahre
Gründung 1969 oder 1970, 2005
Auflösung 1977
Website
Gründungsmitglieder
Gesang, Akustikgitarre, Perkussion
Werner Stephan
Keyboard, Gitarre, Gesang
Joachim Schäfer
Gitarre, Gesang
Willie Wagner
Torsten Herzog
Keyboard, Gesang
Frieder Schmitt
Kalle Weber
Letzte Besetzung
Gesang
Michael Pozz
Gitarre
Gagey Mrozeck
Bass
Chuck Trevor (Thomas Tscheschner)
Keyboard
Ron Sheepmaker
Schlagzeug
Charlie Weber

Kin Ping Meh (chin. für Pflaumenblütenzweig in goldener Vase) war eine Krautrock-Band aus Mannheim, die sich nach dem gleichnamigen chinesischen Roman benannte.

Geschichte

Die Band trat laut Sounds 1969 erstmals an die Öffentlichkeit, das Fachblatt nennt dagegen 1970 als Gründungsjahr. Gegründet wurde sie in Mannheim von Joachim Schäfer, Werner Stephan, Frieder Schmitt, Torsten Herzog, Kalle Weber und Willie Wagner – ein Teil der Ur-Gruppe war die Schülerband „Thunderbirds“ und die damals bekannte Popband „Take Five“. Sie wurde von Polydor bei einem Wettbewerb der Bild am Sonntag auf der Hamburger Reeperbahn entdeckt und nahm 1970 die Single Everything’s My Way/Woman sowie kurz danach die zweite Alexandra/Everyday auf. Laut dem Fachblatt ging aus dem Zerfall von Take Five neben Kin Ping Meh auch die Gruppe Nightsun Mournin hervor. Kin Ping Meh gewann demnach alle bedeutenden überregionalen Wettbewerbe, darunter in Hamburg und beim Südwestfunk in Baden-Baden, und unterzeichnete neben einem langfristigen Exklusivvertrag mit einer großen Plattenfirma einen Filmvertrag mit Constantin Film. Den raschen Aufstieg schrieb das Blatt vor allem den beiden Komponisten Joachim Schäfer und Werner Stephan zu.

1971 erschien ihr Album, das 2004 neu veröffentlicht wurde. Es folgte No. 2 aus dem Jahr 1972. Anfang 1972 erregte die Band zudem mit dem von Ch. Gruber getexteten „Drustical“ Rausch Aufsehen, einem Musical, das sich gegen die Drogensucht vieler Jugendlicher richtete. Ende 1972 und Anfang 1973 kam es zu einschneidenden Umbesetzungen: Von der Münchner Gruppe Twenty Sixty Six kamen die Gitarristen Uli Groß und Gagey Mrozeck, aus England der Bassist Alan Joe Wroe, der dort mit späteren Gründern von King Crimson zusammengespielt hatte. Als Sänger Werner Stephan die Band verließ, um eine Solokarriere zu beginnen, kam mit Geff Harrison ein weiterer Engländer hinzu. Das Fachblatt führte die häufigen Besetzungswechsel auf die Strapazen langer Tourneen zurück. Von den sechs Gründungsmitgliedern blieben nur Kalle Weber und Frieder Schmitt. Mit Wroe änderte sich der Bühnenauftritt grundlegend, Harrisons „aggressive und ausdrucksvolle Stimme“ prägte fortan den Sound, und Mrozeck bestimmte als Komponist und Arrangeur die musikalische Linie. In dieser Besetzung wurde im Juli 1973 das dritte Album No. 3 produziert, auf dem erstmals Bläser und ein Frauenchor zu hören waren. Kin Ping Meh tourte unter anderem mit Deep Purple und Rory Gallagher, schrieb die Auftragskompositionen für die 13-teilige Fernsehproduktion Sechs unter Millionen und plante für Ende 1973 eine erste Tournee durch England. Mit dem dritten Album war nach Darstellung des Fachblatts die endgültige Besetzung erreicht, die Konzerte waren nun ausverkauft. In den Leserwahlen von Musikexpress und Popfoto 1973 kam Wroe als Bassist jeweils auf Platz vier, Schmitt belegte im Musikexpress als Organist Platz drei. Das vierte Album Virtues and Sins nahm die Gruppe im August 1974 für Teldec auf. Es erschien Anfang Oktober 1974 und wurde auch in Argentinien als Virtudes y Pecados veröffentlicht. Das Plattencover gestaltete der Grafiker und Fotograf Günter Blum, der 1976 ebenfalls die Grafik zur Doppel-LP Concrete schuf. Ein Plakat der Band, das das Cover von Virtues and Sins wiedergab, sorgte 1975 in Bayern für Ärger: Ortsvorsteher, Dorfpfarrer und Hebammen nahmen Anstoß an der darauf abgebildeten Frau, sodass das Plakat dort nirgends unzensiert aufgehängt werden konnte. 1977 erschien die letzte LP, Kin Ping Meh.

Es erschienen noch drei Kompilationen – 1973 Rock Sensations mit Aufnahmen der zweiten und dritten LP, 1981 Rock in Deutschland Vol. 4 und 1991 Hazy Age on Stage auf 180 Gramm Vinyl, die Liveaufnahmen zwischen 1971 und 1973 enthält.

Ein Bandmitglied im Laufe der Bandgeschichte war der Gitarrist Gagey Mrozeck, der später für Herbert Grönemeyer spielte und danach als Musikproduzent mit Künstlern wie Udo Lindenberg arbeitete. Weitere Mitglieder waren der Keyboarder Chris Axel Klöber (* 31. August 1948), der früher bei der Berliner Band Curly Curve gespielt hatte und Geff Harrison (* 24. August 1947), ehemaliger Sänger von Twenty Sixty Six and Then, der später die Geff Harrison Band gründete.

Besetzung

Diskografie

Alben

Singles

Quellen

  1. 1 2 Hans Jürgen Kliebenstein: Kin Ping Meh. In: Sounds. Nr. 10, Oktober 1973, S. 39 (Reihe „Deutsche Gruppen“).
  2. 1 2 3 4 5 5 Jahre Kin Ping Meh. In: Riebe’s Fachblatt. Nr. 25, März 1975, S. 24–25.
  3. ↑ www.ragazzi-music.de (Memento des Originals vom 28. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  4. ↑ Nachrichten. In: Riebe’s Fachblatt. Nr. 32, Oktober 1975, S. 8.
  5. ↑ www.germanrock.de.