Kirche Nitzschka

Kirche Nitzschka (Wurzen)

Die evangelische Kirche Nitschka, auch genannt Lukaskirche Nitzschka, ist eine Saalkirche im Ortsteil Nitzschka von Wurzen im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde der Region Wurzen im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und kann in der Regel nicht besichtigt werden.

Geschichte und Architektur

Die im Kern gotische Chorturmkirche aus der Mitte des 15. Jh. liegt in unmittelbarer Nähe des nach 1945 abgerissenen Schlosses. Im Jahr 1674 stürzte der Turm ein und wurde bis zum Jahr 1677 in den Bauformen des Barock neu errichtet. Emporen wurden in den Jahren 1696–99 eingebaut. Nach Brand im Jahr 1704 wurde die Kirche wiederaufgebaut; der Turmaufsatz stammt aus dem Jahr 1745. Restaurierungen wurden in den Jahren 1831, 1861 (mit umfassendem Ausbau im Innern), im Jahr 1983 mit Aufbau des Turms und Ersetzung des Gestühls durch Bänke aus der Markuskirche Leipzig, und schließlich 1991/1992 vorgenommen.

Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau; der Chorturm ist mit Strebepfeilern versehen und im Obergeschoss oktogonal gebildet und trägt als Abschluss eine welsche Haube, Laterne und eine Wetterfahne. An der Nordseite ist die Sakristei angebaut; das Bauwerk ist durch hohe Rundbogenfenster gekennzeichnet.

Das Innere ist flachgedeckt, der langgestreckte Saal wurde mehrfach verändert; einfache Emporen sind an drei Seiten eingebaut. Der Triumphbogen führt zum Chor mit Kreuzrippengewölbe, an der Nordseite ist ein kleines spitzbogiges Sakramentshaus eingebaut; seitlich die Heiligen Donatus und Markus. Das Kruzifix aus Holz ist ein Werk des 18. Jahrhunderts.

Ausstattung

Das Hauptstück ist ein spätgotischer Schnitzaltar aus der Zeit um 1520, der 1831 entfernt wurde, erhalten ist nur der Mittelschrein mit drei Figuren: St. Donatus, Madonna (das Kind zerstört) und vermutlich St. Petrus. Die heutige Orgel ist ein Werk von Nicolaus Schrickel aus dem Jahr 1861.

An der Nordseite befindet sich ein beschädigtes Grabdenkmal aus Sandstein für Wolf von Minckwitz († um 1585) und seine Gattin, möglicherweise eine Freiberger Arbeit. Die lebensgroßen Figuren knien vor dem Kruzifix, rechts befindet sich ein mit Wappen derer von Weissenbach, Ziegler, Lüttichau und Schönberg geschmückter Pilaster. Im Sockel sind zehn kleine weibliche und zehn männliche Figuren dargestellt.

Literatur

Commons: Kirche Nitzschka (Wurzen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Informationen zur Baugeschichte der Kirche Nitzschka

Koordinaten: 51° 18′ 31,7″ N, 12° 45′ 26,5″ O