Die Kırgan (Eigenbezeichnung: Kırganlı) sind ein Eşiret (Stamm) in Ostanatolien. Sie sind Aleviten, die über große Gebiete verstreut sind. Ihre Sprache ist Zazaisch. Ein kleiner Anteil lebt noch als Nomaden von der Hütewirtschaft.
Kırganlı leben jetzt in den Provinzen Tunceli, Malatya, Aydın, Izmir, Erzincan, Istanbul und außerhalb der Türkei. Das Kerngebiet der Kırganlı ist Dersim. Als Zentrum sah man das Dorf Sin in Hozat. Durch den Krieg der kurdischen Freiheitsbewegung und des türkischen Militärs und aufgrund der häufigen Dorfräumungen wurden Häuser stark angeschlagen oder gar völlig zerstört, so dass heute viele ehemalige Kırganlı-Dörfer leer stehen oder nur noch von alten Leuten bzw. nur im Sommer bewohnt sind.
Über die Herkunft des Kırgan-Stammes gibt es verschiedene Thesen:
Der Kırgan-Stamm war ein Klan (Clan) des Şih-Hasenan-Stammes. Als die Klane des Şih-Hasenan-Stammes die anatolischen Gebiete erreichten, zogen die Kırganlı nach Dersim. Der Şih-Hasenan Eşiret hatte mehrere Klans. Nachdem jeder Klan nach anderen Gebieten zog, wurde jeder Clan zu einem eigenen Eşiret. Die Konflikte zwischen den Stämmen in Dersim führten immer wieder zu langen Fehden mit Blutrache. Diese feudalen Strukturen wurden von vielen Zazas als Haupthindernis für die Herausbildung eines Gemeinsamkeitsgefühls angesehen. Bei dem Dersim-Aufstand wurden viele Kırganlı deportiert oder getötet.