Kissidougou

Kissidougou
Kissidougou (Guinea)
Kissidougou (Guinea)
Koordinaten 9° 11′ N, 10° 6′ WKoordinaten: 9° 11′ N, 10° 6′ W
Basisdaten
Staat Guinea
Region Faranah
Präfektur Kissidougou
Höhe 520 m
Einwohner 99.931 (2014)
Markt in Kissidougou
Markt in Kissidougou
Markt in Kissidougou

Kissidougou ist die Hauptstadt der Präfektur Kissidougou in der Region Faranah in Guinea und hat etwa 100.000 Einwohner (Stand 2014).

Geografie

Die Stadt liegt am Fluss Niandan in einer Ebene im Südosten Guineas im Gebiet Waldguinea. Ungefähr 50 Kilometer westlich beginnt das Nachbarland Sierra Leone und 70 Kilometer südlich Liberia. Die Stadt Faranah im Nordwesten liegt 143 Kilometer und Guéckédou im Süden 85 Kilometer entfernt.

Traditionelle Reisernte im Dezember 2017
Hängebrücke über den Niandan bei Kissidougou
Flugaufnahmegebäude Kissidougou (Juni 2026)

Klima

Das Binnenklima in Kissidougou ist durch relativ hohe Tagestemperaturen (30 bis 37° Celsius) und tiefere Nachttemperaturen (8 bis 18° Celsius) gekennzeichnet. Die meisten Niederschläge fallen von April bis Oktober, von November bis März gibt es nur wenig Niederschlagstage.

Geschichte

Kissidougou bedeutet in der Sprache der Malinke Land der Überlebenden, und er soll an ihre Geschichte erinnern, die mit der Flucht von Dankaran Touman im 13. Jahrhundert verbunden ist. Die Stadt als solche ist aber erst seit dem 18. Jahrhundert bekannt und wird überwiegend vom Volk der Kissi bewohnt. Daneben gibt es Minderheiten von Malinke, Lele und Kouranko. Um 1890 wurde sie zum französischen Außenposten im Kampf gegen den malinkischen Kriegsführer Samory Touré.

Ab 1917 kam die amerikanische evangelische Missionsgesellschaft Christian and Missionary Alliance (CMA) nach Guinea und gründete erste Stationen in Oberguinea und 1919 eine evangelische Kirche in Baro. Mit Einheimischen gründete der Missionar R. J. Adams 1926 im Ort eine Kirche; 1940 in Kissi-Yarankoro eine Grundschule und 1945 wurde im nahe gelegenen Télékoro eine Bibelschule ins Leben gerufen, die auch im 21. Jahrhundert junge Pastoren ausbildet. Die Schweizer Organisation SAM global ist seit Jahrzehnten in der Ausbildung von Pastoren, Landmaschinenmechanikern und in weiteren Projekten vor Ort tätig.

Seit den 1990er Jahren und speziell in den Jahren 2000 bis 2001 kamen Tausende von Flüchtlingen aus den Kriegsregionen von Sierra Leone und Liberia in die Stadt. Im Vorort Albadariah hatte die UNHCR ein Flüchtlingslager eingerichtet. Speziell Frauen und Kinder lebten dort in prekären Verhältnissen, es kam zu sexuellen Übergriffen. Kurz danach sind die meisten Flüchtlinge wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand seit der Volkszählung 1983.

        Jahr         Einwohner
1983 (Zensus) 30.724
1996 (Zensus) 66.028
2014 (Zensus) 99.931

Wirtschaft

Die Stadt ist von viel fruchtbarem Landwirtschaftsland umgeben. Auf dem Markt in der Stadt werden die regionalen Landwirtschaftsprodukte wie Reis, Maniok und Früchte angeboten, teilweise werden sie auch zu Getränken verarbeitet.

Verkehr

Die Nationalstraße N1, von Faranah herkommend und nach Guéckédou hinführend, verläuft quer durch die Stadt, die N6 verläuft vom Stadtzentrum in östliche, die N31 in nördliche Richtung. Drei Kilometer südwestlich der Stadt liegt der Flugplatz Kissidougou (GUKU/KSI), der angeflogen wird (Stand 2026). Die ungeteerte Piste ist zwei Kilometer lang und liegt auf 551 müM.

Commons: Kissidougou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Guinea bei geohive.com
  2. ↑ Klimadiagramm Guinea – Kissidougou. In: www.iten-online.ch. Abgerufen am 31. Dezember 2024.
  3. ↑ Kissidougou Stadt, Präfektur Kissidougou, Region Faranah, Guinea, Website mapy.com (abgerufen am 10. Juli 2026)
  4. ↑ Samuel Kondano: Eglise protestante évangelique de Guinée. Aperçu historique. L'Harmattan, Paris 2020, ISBN 978-2-343-21716-1, S. 41–103
  5. ↑ ProTIM2-2-2 Kissidougou, Website sam-global.org (abgerufen am 10. Juli 2026)
  6. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Guinea: Calm returns to Kissidougou. This is a summary of what was said by UNHCR spokesperson Kris Janowski – to whom quoted text may be attributed – at today's press briefing at the Palais des Nations in Geneva. UNHCR, 12. Dezember 2000
  8. ↑ Guinea: Regionen & Städte – Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 6. Januar 2019.
  9. ↑ Kissidougou. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 10. Juli 2026 (englisch).
  10. ↑ About Kissidougou Airport, Website metar-taf.com (englisch, abgerufen am 10. Juli 2026)
  11. ↑ Airport of the city Kissidougou, Website aerotur.aero (englisch, abgerufen am 10. Juli 2026)