Klaus Rave (* 9. Februar 1950 in Eckernförde) ist ein deutscher Jurist und Honorarprofessor. Er ist seit 2013 Honorarprofessor an der Flensburger Fachhochschule.
Klaus Rave legte 1968 sein Abitur an der Jungmannschule in Eckernförde ab, studierte anschließend an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Rechtswissenschaft und schloss dies 1973 mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab. Im Anschluss ging er für ein einjähriges Postgraduierten-Stipendium an das Trinity College Dublin, um von 1974 bis 1978 (unterbrochen für die Promotion) sein Rechtsreferendariat am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg zu absolvieren, welches er mit dem Großen juristischen Staatsexamen abschloss. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen war er von 1978 bis 1981 Lecturer in German and International Law an der University of Surrey. 1982 wurde er am Kieler Institut für internationales Recht zum Dr. iur. promoviert.
Von 1975 bis 1978 war Rave Landesvorsitzender der Jungsozialisten in Schleswig-Holstein. 1982 wurde er vom SPD-Landesvorsitzenden Günther Jansen zum Landesgeschäftsführer der (SPD) Schleswig-Holstein berufen. Als solcher erlebte er die Barschel-Pfeiffer-Affäre und den Regierungswechsel bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 1988, die zu einer absoluten Mehrheit der SPD (54,8 % der Stimmen) führten. Als mit Günther Jansen sein Parteivorsitzender neuer Minister für Soziales, Gesundheit und Energie wurde, betraute dieser ihn nach der Regierungsbildung mit der Aufgabe, eine neue Abteilung für Energiewirtschaft aufzubauen, um den Einstieg in eine neue Energieversorgung ohne Atomstrom zu organisieren. In der Funktion als Abteilungsleiter (Ministerialdirigent) verblieb er unter Jansens Nachfolger Claus Möller.
1995 schied er aus dem Ministerium und wechselte als Geschäftsleiter in den damals organisatorisch selbständigen Zentralbereich der Landesbank Schleswig-Holstein zur noch rechtlich unselbständigen Investitionsbank Schleswig-Holstein. Das Land Schleswig-Holstein hatte die Investitionsbank 1991 zur Bündelung ihrer Förderaktivitäten durch Übertragung der ehemaligen Wohnungsbaukreditanstalt und der Wirtschaftsaufbaukasse auf die Landesbank geschaffen. Als die Investitionsbank 2003 von der Landesbank getrennt und zu einer selbständigen Anstalt des öffentlichen Rechts umfirmiert wurde, berief die Landesregierung Rave in den neuen Vorstand. Dort wirkte er bis zu seinem Ausscheiden 2011. Im Anschluss wurde er für drei Jahre als nebenamtlicher Vorstand der GEWOB Nord e.G. berufen, in deren Beirat er noch tätig ist.
Seit 1998 war er für das Land Schleswig-Holstein in der FGW (Fördergesellschaft Windenergie e. V.) tätig, zeitweise auch als deren Beiratsvorsitzender und Vorsitzender. Von 1988 bis heute ist er Mitglied des Aufsichtsrats der Energiesystem Nord GmbH. Seit 1993 ist Rave Mitglied des Executive Committee bzw. des Board der European Wind Energy Association (heute WindEurope) und war von 1999 bis 2002 deren Präsident. Von 2010 bis 2016 war er Vorsitzender des Global Wind Energy Council (GWEC). Von 2007 bis September 2013 war er Vorsitzender des Hochschulrats der Fachhochschule Flensburg und von 2010 bis 2013 Aufsichtsratsvorsitzender der WKN Windkraft Nord AG.
Seit 2013 ist er Honorarprofessor der Fachschule Flensburg, wo er im Schwerpunkt Vorlesungen zu Globalen Märkten und Rahmenbedingungen, internationalen Institutionen und Verbänden, Energiewirtschaft, Regulierung und Energiepolitik hält. Er war Vorsitzender des WindEnergieZirkel Hanse e. V. 2012 bis 2021 und wurde 2012 für sein Lebenswerk mit dem German Renewable Energy Award ausgezeichnet. Seit 2016 ist der Vizepräsident der Stiftung Offshore Windenergie. Seit 1988 ist er Mitglied des Aufsichtsrats der Energiesysteme Nord GmbH.
Klaus Rave ist 1. Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins e. V. Von der Schleswig-holsteinischen Landesregierung wurde er in den Vorstand der Landeskulturstiftung berufen. Er gehörte bis 2021 zum Einladungskreis des Kieler Salon für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Im Mai 2023 erschien sein erster Roman "Der Hammer", eine kleine Kunstgeschichte. 2024 erschien von ihm "Das Netz" – eine Heimatgeschichte.
Er ist mit der ehemaligen schleswig-holsteinischen Landesministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rave, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Banker und Honorarprofessor |
| GEBURTSDATUM | 9. Februar 1950 |
| GEBURTSORT | Eckernförde |