Klaus Fredenhagen

Klaus Fredenhagen (Mitte) mit Roberto Longo (links) und Karl-Henning Rehren (2002 in Oberwolfach)

Klaus Fredenhagen (* 1. Dezember 1947 in Celle) ist ein mathematischer Physiker und emeritierter Professor der Universität Hamburg (II. Institut für Theoretische Physik).

Leben und Karriere

Klaus Fredenhagen promovierte 1976 an der Universität Hamburg bei Gert Roepstorff und Rudolf Haag mit der Dissertation: Die Quantenelektrodynamik mit einem Freiheitsgrad für das Photonfeld. 1985 wurde er Privatdozent und 1990 als Nachfolger des 1987 emeritierten Rudolf Haag Professor am 2. Institut für Theoretische Physik der Universität Hamburg. 2013 wurde er emeritiert.

1987 erhielt er den Physik-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 1997 war er Leibniz-Professor in Leipzig.

Klaus Fredenhagen stammt aus einer Professorenfamilie. Er ist der Enkel von Karl Fredenhagen, Vater von Stefan Fredenhagen, der Professor für mathematische Physik und Dekan der physikalischen Fakultät an der Universität Wien ist und Onkel von Martin Weissenborn, welcher Professor für Bioorganische Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist.

Werk

Zu seinen Forschungsinteressen gehört unter anderem die algebraische Quantenfeldtheorie sowie Quantenfeldtheorien in gekrümmten Raumzeiten. 1981 gab er einen Beweis für die Existenz von Antiteilchen in Quantenfeldtheorien von massiven Teilchen, der unter allgemeineren Voraussetzungen als die Beweise über das TCP-Theorem galt. 1990 bewies er mit Rudolf Haag die Existenz der Hawking-Strahlung schwarzer Löcher unter sehr allgemeinen Voraussetzungen. 1994 untersuchte er mit Sergio Doplicher und John E. Roberts die Quantenstruktur der Raumzeit auf der Planck-Skala als Basis der Quantengravitation. In den 1990er Jahren wandte er mit Romeo Brunetti mikrolokale Analysis für eine Verallgemeinerung des Renormierungsverfahrens von Epstein und Glaser für wechselwirkende Quantenfeldtheorien in gekrümmten Raumzeiten an. Mit Detlev Buchholz arbeitet er an einem neuen Zugang zu wechselwirkenden Quantenfeldtheorien über C*-Algebren.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ numdam
  2. ↑ Fredenhagen, On the existence of Antiparticles. In: Communications in Mathematical Physics, Band 79, 1981, S. 145. Project Euclid.
  3. ↑ Fredenhagen, Haag, On the derivation of Hawking radiation associated with the formation of a black hole. In: Communications in Mathematical Physics, Band 127, 1990, S. 273
  4. ↑ Sergio Doplicher, Klaus Fredenhagen, John E. Roberts: The quantum structure of spacetime at the Planck scale and quantum fields. In: Commun. Math. Phys. Band 172, 1995, S. 187–220
  5. ↑ Bahns, Doplicher, Morsella, Piacitelli: Quantum Spacetime and Algebraic Quantum Field Theory, in: In Brunetti, Dappiaggi, Fredenhagen, Yngvason (Hrsg.), Advances in algebraic quantum field theory, Springer 2015, S. 289–330.
  6. ↑ Buchholz, Fredenhagen: A C*-algebraic approach to interacting quantum field theories, Communications in Mathematical Physics, Band 377, 2020, S. 947–969. arxiv.
Personendaten
NAME Fredenhagen, Klaus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiker
GEBURTSDATUM 1. Dezember 1947
GEBURTSORT Celle