Klaus Osterwald

Klaus Osterwald (* 22. Oktober 1946 in Oldenburg) ist ein deutscher bildender Künstler.

Leben

Osterwald studierte 1970 bis 1975 an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Von 1982 bis 1983 lebte er, ausgestattet mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium, in Duisburg. Im Rahmen zweier Arbeitsstipendien des European Ceramic Work Centre in ’s-Hertogenbosch, Niederlande, befasste er sich 2002 und 2005 ausführlich mit dem Werkstoff Keramik und der Herstellung keramischer Skulpturen.

Werk

Osterwalds künstlerisches Werk zeichnet sich durch eine Vielfalt an Techniken, Gattungen und Materialien aus.

Klaus Osterwald, Blau und rot, 1990, Wellpolyester, 2-teilig, je 44 × 100 × 99 cm

Als Maler und Bildhauer arbeitet er mit unterschiedlichen, industriell produzierten Materialien wie Plexiglas, Kunststoffen und Stahl. So entstehen von den 1980er Jahren an Malereien und Skulpturen mit Wellpolyester, unter anderem pseudo-funktionale an Vordächer erinnernde, Objekte unter dem Titel „Shelter“.

Von den frühen 2000er-Jahren an fertigt Osterwald großformatige Bilder mit schwarzer Acrylfarbe auf farbigem Plexiglas, wobei die Scheiben in gewissem Abstand von der Wand aufgehängt werden, sodass der Gegensatz von Flächigkeit und Räumlichkeit sowie gemalter Form und Schattenwurf thematisch werden.

Einen wichtigen Schwerpunkt in Osterwalds Werk bildet die Klangkunst. Es entstanden zahlreiche Klanginstallationen und -kompositionen, die er zum Teil mit seinen bildhauerischen Objekten verbindet. Viel beachtet ist sein fortlaufendes Projekt „Donatus subaqua“, für das Osterwald spezielle Hydrophone entwickelte, mit denen er die Klänge und Geräusche der Unterwasserwelt aufnahm, zuerst in heimischen Binnengewässern wie dem Donatussee im Stadtgebiet von Brühl und später auch, unter dem Projekt-Titel „sonar system“, im Bodensee, in England und in Kolumbien.

Klaus Osterwald: Donatus Subaqua, 2010, Klanginstallation, Tullie House, Carlisle, UK
Klaus Osterwald: Sounds of Clay, 2002, Schall-Trichter, gebrannter Ton, Druckkammertreiber, 210 × 55 × 55 cm
Klaus Osterwald: Verdächtige Geräusche, Geräusch Nr. 6, 2006–07, gebrannter Ton, glasiert, 130 × 50 × 50 cm

In seinem keramischen Werk entwickelte Osterwald die Kombination aus Skulptur und Klangkunst. So schuf er sogenannte „Schalltrichter“ aus Keramik, die seinen Tonaufnahmen als Verstärker dienen. Zudem entdeckte er die Möglichkeiten, akustische Ereignisse in dreidimensionale Objekte zu transformieren, zum Beispiel in den Werkgruppen „Verdächtige Geräusche“ und „Versteinerte Geräusche“. Dabei gelang es ihm, die akustischen Tonkurven seiner Aufnahmen dreidimensional in rotationssymmetrischen keramischen Objekten abzubilden.

Seine künstlerische Arbeiten sind durch Experimentierlust und Forschergeist geprägt, zeigen sich aber stets auch offen für Humor und Ironie: „Klaus Osterwald sucht in seinen konzeptionell angelegten Werkzyklen meist zwei sich anscheinend widersprechende Aspekte unserer Welt gegenüber zu stellen, sie – in künstlerisch-wissenschaftlichem Ernst und (teilweise) mit leicht ironisierender Phantasie – miteinander zu verbinden und auf diese Weise sinnliche Momente in einem umfassenderen und ganzheitlichen Kunsterlebnis zu vereinen.“

Osterwalds Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Publikationen

Einzelnachweise

  1. ↑ Biografie Klaus Osterwald auf der Website von Südkunst Köln e.V. Abgerufen am 18. März 2026.
  2. ↑ Liste der Ausstellungen des Lehmbruck Museums. S. 27. Abgerufen am 5. Februar 2026.
  3. ↑ Klaus Osterwald. In: European Ceramic Work Centre, abgerufen am 4. Februar 2026.
  4. ↑ Klaus Osterwald. In: European Ceramic Work Centre, abgerufen am 7. Februar 2026.
  5. ↑ Gabriele Uelsberg: Von der Dimension des Tons. Das Werk von Klaus Osterwald. In: Klaus Osterwald, Ausstellungskatalog Rheinisches Landesmuseum Bonn, 8. Februar – 18. März 2007, o. S.
  6. 1 2 Klaus Osterwald. Abbildungen. In: kuenstlerverzeichnis-koeln.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
  7. ↑ Laura Cumming: Underwater. In: The Guardian, 4. April 2010, abgerufen am 4. Februar 2026
  8. ↑ Klaus Osterwald (Hrsg.): Donatussee. Dokumentation mit Beschreibung, Fotografien und Klangbeispielen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
  9. ↑ Abbildungen von Schalltrichtern. In: suedkunst-koeln.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
  10. ↑ Klaus Osterwald (Hrsg.): Verdächtige Geräusche. Abbildungen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
  11. ↑ Klaus Osterwald (Hrsg.): Versteinerte Geräusche. Abbildungen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
  12. ↑ Uwe Rüth: o.ton – Die Wirkung von Veränderung auf Ursprünglichkeit. In: Klaus Osterwald. o-ton, Ausstellungskatalog Keramikmuseum Westerwald, 2012, S. 10.
  13. ↑ Klaus Osterwald (Hrsg.): Donatus Subaqua. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026.
  14. ↑ Christina zu Mecklenburg: Atemfrequenzen eines Künstlers. Rezension im General-Anzeiger (Bonn) vom 17. Februar 2007, abgerufen am 4. März 2026.
  15. ↑ Versteinerte Geräusche/Petrified Sounds. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026.
  16. ↑ Klaus Osterwald "Sonar Systems". In: tokyoartbeat.com, abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch, japanisch).
  17. ↑ Klaus Osterwald. O-TON. In: karin-abt-straubinger-stiftung.de, 2012, abgerufen am 5. Februar 2026.
  18. ↑ Schritte. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026.
  19. ↑ INSTALLATIONEN. In: brueckenmusik.de, 2002.
  20. ↑ Klaus Osterwald. In: Vorgebirkspark Skulptur.
  21. ↑ Klaus Osterwald. In: macbogota.wordpress.com, abgerufen am 7. Februar 2026.
Personendaten
NAME Osterwald, Klaus
KURZBESCHREIBUNG deutscher bildender Künstler
GEBURTSDATUM 22. Oktober 1946
GEBURTSORT Oldenburg (Oldb)