Klaus Tenfelde (* 29. März 1944 in Erkelenz; † 1. Juli 2011 in Bochum) war ein deutscher Historiker, Professor für Sozialgeschichte und soziale Bewegungen und bis zum 31. März 2011 Direktor des Instituts für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum.
Klaus Tenfelde – Sohn eines Tiefbauarbeiters – absolvierte von 1958 bis 1961 eine Lehre bei den Bergwerken Essen-Rossenray. Anschließend arbeitete er ein Jahr lang als Knappe; danach war er drei Jahre als Polizeivollzugsbeamter im Bundesgrenzschutz tätig.
Nachdem Tenfelde im Jahr 1967 im Braunschweig-Kolleg sein Abitur nachgeholt hatte, studierte er bis 1973 an der Universität Münster die Fächer Geschichte und Germanistik. Bereits 1975 wurde Klaus Tenfelde bei Gerhard A. Ritter mit seiner Dissertation über die Sozialgeschichte der Bergarbeiterschaft an der Ruhr im 19. Jahrhundert promoviert. Im Jahre 1981 erhielt er den Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Nachwuchswissenschaftler.
Bis 1985 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität München tätig. Dort habilitierte sich Tenfelde 1981 mit einer Arbeit zum Thema Proletarische Provinz. Radikalisierung und Widerstand in Penzberg/Oberbayern 1900 bis 1945. Er erhielt die Venia legendi für das Fach Geschichte. 1985 wechselte er an die Universität Innsbruck, wo er einen Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte übernahm. Im Jahre 1990 ging er an die Universität Bielefeld. Tenfelde wurde 1994 der Preis der Fritz Thyssen Stiftung verliehen. Ein Jahr später konnte Klaus Tenfelde den Lehrstuhl für Sozialgeschichte und soziale Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum übernehmen. Im November desselben Jahres wurde er zugleich Leiter des in den 1970er Jahren an der Ruhr-Universität gegründeten Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung (IGA, seit 1999 Institut für soziale Bewegungen, ISB).
Tenfelde galt als Experte für die Geschichte des Ruhrgebiets und der Arbeit bzw. der Arbeiterbewegung. Er engagierte sich für die Entwicklung des Ruhrgebiets zur urban geprägten „Ruhrstadt“. Seit 1998 besteht die von ihm initiierte Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Im Jahr 1999 wurde Tenfelde zum ordentlichen Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen gewählt.
Im Jahre 2007 übernahm Tenfelde die Herausgabe des Handbuchs Geschichte des deutschen Bergbaus, dessen Bände von 2012 bis 2016 erschienen.
Tenfelde war mit der Ärztin Ellen Tenfelde verheiratet. Der Ehe entstammen zwei Kinder.
Monografien
Herausgeberschaften
| Personendaten | |
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| NAME | Tenfelde, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sozialhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 29. März 1944 |
| GEBURTSORT | Erkelenz |
| STERBEDATUM | 1. Juli 2011 |
| STERBEORT | Bochum |