Kloster Zamca

Kloster Zamca

Das Kloster Zamca (rumänisch Mănăstirea Zamca) ist ein befestigtes armenisch-apostolisches Klosterensemble in Suceava. Es liegt auf einem Plateau im westlichen Teil der Stadt und gehört zu den Baudenkmälern der armenischen Gemeinde von Suceava. Das Ensemble ist in der rumänischen Denkmalliste unter dem LMI-Code SV-II-a-A-05485 geführt und im Nationalen Archäologischen Repertorium unter dem RAN-Code 146272.08 verzeichnet.

Geschichte

Der Name „Zamca“ ist slawischen Ursprungs und bedeutet Burg oder Festung. Die armenische Präsenz in Suceava reicht bis in das Mittelalter zurück. Im frühen 15. Jahrhundert wurde in Suceava ein armenischer Bischofssitz eingerichtet.

Die genaue Datierung der heutigen Anlage ist unklar. Das Nationale Archäologische Repertorium nennt 1551 für die Kirche des heiligen Auxentius und führt zugleich aus, dass die Anlage als bischöfliche Residenz bereits für 1415 erwähnt werde. Andere Darstellungen setzen den Bau beziehungsweise den entscheidenden Ausbau des mittelalterlichen Ensembles in das Jahr 1606. Nach armenischer Überlieferung werden drei Brüder, Hagop, Auxent und Grigor, als Stifter genannt; ihnen werden die Hauptkirche, die Kapelle im Glockenturm und die westliche Kapelle zugeschrieben.

Während des osmanisch-polnischen Krieges von 1690/91 wurde Zamca von polnischen Truppen unter König Johann III. Sobieski besetzt und militärisch genutzt.

Nach der habsburgischen Besetzung der nördlichen Moldau im Jahr 1775 verlor die armenische Gemeinde zeitweise die Verfügung über den Komplex. Die Klosterkirche wurde im 19. Jahrhundert vom österreichischen Staat als Munitionslager genutzt. Erst 1827 gelangte das Kloster nach Rechtsstreitigkeiten wieder an die armenische Gemeinde zurück.

Im 20. Jahrhundert fanden archäologische Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten statt. Zwischen 1957 und 1965 wurden Teile des Ensembles restauriert und beschädigte Mauern wiederhergestellt.

Anlage und Architektur

Das Klosterensemble liegt auf einem Hügel beziehungsweise Plateau im westlichen Stadtgebiet von Suceava. Die Anlage ist von einer unregelmäßig trapezförmigen Umfassungsmauer umgeben. Die Mauern werden durch innere und äußere Strebepfeiler verstärkt; klassische Verteidigungstürme fehlen. Zwischen Mauer und Erdbefestigung befindet sich ein Graben, der infolge der polnischen Befestigungsphase des späten 17. Jahrhunderts hinzukam.

Das Ensemble besteht im Kern aus der Hauptkirche des heiligen Auxentius mit einem dreigeschossigen und etwa 26 Meter hohen Glockenturm mit Kapelle des heiligen Gregor des Erleuchters sowie einem westlichen Gebäude mit einer Kapelle, die meist der heiligen Maria zugeschrieben wird. Außerdem gibt es Klosterzellen, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden.

Die Hauptkirche besitzt einen rechteckigen Grundriss und ist in Gawit, Naos und Altarraum gegliedert. Auffällig ist die Verbindung moldauischer Bauformen mit armenischen liturgischen Raumtraditionen. In der Kirche befindet sich das Grab des Stifters Agopșa Vartan. Anders als viele rumänisch-orthodoxe Moldauklöster ist Zamca nicht primär durch Außenmalerei geprägt.

In Zamca finden weiterhin Gottesdienste statt, jedoch besteht ein dauerhaftes monastisches Leben nicht mehr.

Literatur

Commons: Kloster Zamca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Situl Mănăstirii Zamca cu hramul „Sf. Oxen” de la Suceava. In: Repertoriul Arheologic Național. Institutul Național al Patrimoniului, abgerufen am 3. Juni 2026 (rumänisch).
  2. 1 2 3 4 5 Horia Moldovan: Mănăstirea Zamca. In: Dilema Veche. 13. Oktober 2011, abgerufen am 3. Juni 2026 (rumänisch).
  3. 1 2 3 Kloster der Wünsche – Festung des Glaubens. In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. 24. November 2021, abgerufen am 3. Juni 2026.
  4. 1 2 3 4 5 Mănăstirea Zamca. Arhiepiscopia Bisericii Armene din România, abgerufen am 3. Juni 2026 (rumänisch).
  5. 1 2 3 Zamca monastery complex. He-Cross, Joint Operational Programme Romania–Ukraine 2014–2020, abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).

Koordinaten: 47° 39′ 9,9″ N, 26° 14′ 37,8″ O