Knabenau

Wappen derer von Knabenau im Baltischen Wappenbuch
Gut Groß-Born, 2000

Knabenau (auch Freiherren von Knabenau) ist der Name eines im 19. Jahrhundert erloschenen Uradelsgeschlechts, welches ursprünglich aus Böhmen stammt und sich im 16. Jahrhundert in Kurland verbreitete.

Geschichte

Friedrich Baron von Knabenau (François de Troy, ca. 1670)

Das Geschlecht, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Kurland als „bene possessionata“ bekannt war, hatte in früheren Zeiten seine Aufnahme in die kurländische Adelsmatrikel versäumt. Erst bei der Regulierung der Ritterbank wurde es laut Kirchspielbeschlüssen vom 10. Mai 1841 nachträglich unter Nr. 137 in der Matrikel verzeichnet. Zuvor war der Familie schon am 18. Mai 1834 durch Senats-Ukas der Freiherrentitel zuerkannt worden. Denselben hatte ein Capitain Georg von Knabenau bereits 1685 durch ein Diplom vom polnischen König Johann III. Sobieski verliehen bekommen. Die russische Anerkennung des Titels Freiherr bzw. Baron erfolgte am 10. Juni 1853 und 28. Februar 1862 durch Ukas des dirigierenden Senates, nachdem schon das Abschiedspatent des Obersten Johann Friedrichowitsch von Knabenau vom 31. Dezember 1822 diesen als Freiherren tituliert hatte.

Zu den Besitzungen des Geschlechts gehörten in Kurland anfänglich Groß-Born’sche (liv. Lielborne) und noch im 19. Jahrhundert Neu-Sallensee’sche Güter (liv. Jaunsaliena). Und auch das Gut Berghof im ehemaligen Gouvernement Wilna (heutiges Litauen). In Livland besaß es ferner vor 1742 Klingenberg, heute Akenstaka, ein Dorf im Landkreis More, Bezirksgemeinde Sigulda, Lettland.

Zu einzelnen Familienmitgliedern sind nur wenige Nachrichten überliefert: Der Kammerherr George Gotthard von Knabenau war ab 1748 mit Margarethe von Saß verheiratet, ab 1778 wieder geschieden. Johann von Knabenau war mit Gottliebe Dorothea von Freytag-Löringhoff (* ca. 1750), verwitwete von Narwusch, verheiratet. Anna Dorothea von Knabenau (1779–1848), ab 1809 Ehefrau eines Barons von Rönne (an anderer Stelle Ehefrau eines Grafen Raut/Raud/Rant; später geschieden) und ab 1814 Ehefrau des Grafen Gabriel Marie Camille de Chassepot de Pissy, pflegte als Hofdame bei der Herzogin Dorothea von Kurland (1761–1821) einen regen Briefwechsel mit Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832).

Wappen

Das Wappen zeigt in Rot einen blauen Schrägrechtsbalken, begleitet von zwei goldenen Löwen. Auf dem Helm (Stechhelm, später Bügelhelm) mit blau-goldenen Helmdecken ein wachsender geharnischter Arm, ein silbernes Beil an goldenem Stiel haltend, zwischen einem offenen blauen Flug.

Literatur

Commons: von Knabenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Gritzner (1898), S. 158.
  2. ↑ Gritzner (1898), S. 497.
  3. ↑ Stryk (1885), S. 49 f.
  4. ↑ Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, Brief(e) von Chassepot, Anna Dorothea Elisabeth de geb. von Knabenau an Goethe, Johann Wolfgang, abgerufen am 20. Februar 2026.
  5. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Sammlung von Aufsätzen über Goethe, 1830, S. 310 (Google Bücher).
  6. ↑ Theodor Körner: Zum 23. September 1891, Leipzig 1891, S. 138 (Google Bücher).