Die Kohlewirtschaft, auch Kohleindustrie genannt (veraltete Bezeichnung Kohlenwirtschaft bzw. Kohlenindustrie), ist der Industrie-/Wirtschaftszweig, der sich mit der Gewinnung und Verarbeitung von Kohle befasst.

Die Kohlewirtschaft nahm ihren Aufschwung mit der Industrialisierung ab dem 19. Jahrhundert, da Kohle als Brennstoff die wichtigste Energiequelle für die Befeuerung von Dampfkesseln und somit für den Antrieb von Dampfmaschinen darstellte, die wiederum Dampflokomotiven und --schiffe sowie alle Arten von Produktionsmaschinen in Fabriken und Generatoren in Kraftwerken antrieben. Mit Holz, dem zuvor dominierenden Brennstoff, war man nicht mehr in der Lage, den wachsenden Energiehunger von Industrie, Gewerbe, Transport und Verkehr zu decken. Des Weiteren bildet Kohle, bzw. der daraus erzeugte Koks, einen wichtigen Rohstoff für die Verhüttung von Eisenerz zu Stahl und somit den wichtigsten technischen Werkstoff.
Den Höhepunkt ihrer Bedeutung erreichte die Kohlewirtschaft in den Industrienationen im frühen 20. Jahrhundert. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Kohle in vielen Anwendungen zunehmend von Erdöl und -gas verdrängt. Heute wird in den Industrienationen der Großteil der Kohle in Kohlekraftwerken verstromt.
Die Kohlewirtschaft umfasst alle Phasen der Verarbeitungskette der Kohle von der Gewinnung bis zur Nutzung:
Nationale und international ist die Kohlewirtschaft in verschiedenen Wirtschaftsverbänden organisiert und unterhält verschiedene Forschungseinrichtungen, beispielsweise: