Kommaly Chanthavong

Kommaly Chanthavong ist eine laotische Seidenweberin und Sozialunternehmerin, die mit der von ihr gegründeten Initiative Mulberries die Herstellung handgewebter Seide in Laos als Einkommensquelle für ländliche Frauen ausbaute. Im Jahr 2015 erhielt sie für die Wiederbelebung der laotischen Seidenweberei und die Schaffung von Einkommen für arme, kriegsvertriebene Menschen in Laos den Ramon-Magsaysay-Preis.

Leben

Chanthavong stammt aus einer ländlichen, vom Krieg betroffenen Region in Laos und erlernte die Seidenverarbeitung in ihrer Familie. Während des Vietnamkrieges musste sie ihre Heimat verlassen; ihre Flucht nach Vientiane war ein Fußmarsch von rund 600 Kilometern. In Vientiane begegnete sie vielen vertriebenen Familien ohne verlässlich verwertbare Erwerbsfähigkeiten, was ihren späteren Einsatz für einkommensschaffende Arbeit von Frauen beeinflusste. Sie absolvierte in Vientiane eine Ausbildung zur Krankenschwester, blieb aber der Seidenweberei als familiär überlieferter Praxis verbunden.

Wirken

Im Jahr 1976 gründete Chanthavong mit zunächst zehn Frauen die Phontong-Weberei, aus der die Phontong-Handwerkskooperative hervorging. Die Kooperative entwickelte sich zu einem Netzwerk in 35 Dörfern mit mehr als 450 Kunsthandwerkern, während Mulberries mit mehr als 3000 Dorfbewohnern in fünf Provinzen arbeitet. Auf der Seidenfarm in Xieng Khouang lehrt Mulberries Arbeitsschritte von der Maulbeerbaumkultur und Seidenraupenzucht bis zum Färben, Spinnen und Weben. In der stark von Blindgängern belasteten Provinz unterstützte Chanthavong die Seidenproduktion durch Schulungen zum sicheren Umgang mit Land und dem Anbau von Maulbeerbäumen. 1990 begann sie mit Camacrafts ein Projekt zur Vermarktung traditioneller laotischer und hmongischer Handwerksprodukte; 1993 entstand Mulberries als sozialwirtschaftliche Struktur für einkommensschaffende Projekte. Ihre Arbeit zielte darauf, Frauen auf dem Land ein verlässliches Einkommen zu geben, Abwanderung in Städte zu verringern und laotische Seidentraditionen zu bewahren. 2005 wurde Chanthavong im Rahmen von 1000 PeaceWomen für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises würdigte 2015 besonders ihren Beitrag zur Wiederbelebung der laotischen Seidenweberei, zur Sicherung von Lebensgrundlagen und zur Bewahrung eines kulturellen Erbes.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Fighting poverty one silk thread at a time, this Laos cooperative helps women support their families. In: ABC Asia. 19. August 2024, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  2. 1 2 Kommaly Chanthavong receives 2015 Ramon Magsaysay Award. In: Lao News Agency. 20. Oktober 2015, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  3. 1 2 Ramon Magsaysay winner Kommaly Chanthavong talks on importance of silk weaving to her country. In: BusinessMirror. 5. September 2015, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 Turning bombs into spoons – relics of the secret US war in Laos. In: The Guardian. 31. März 2016, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  5. ↑ Ramon Magsaysay Awards: Laotian creates livelihood by reviving silk weaving. In: The Philippine Star. 30. August 2015, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  6. 1 2 3 4 5 Chanthavong, Kommaly. In: Ramon Magsaysay Award Foundation. Abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  7. 1 2 First Lady meets Magsaysay Award-winning Lao weaving entrepreneur. In: GMA News Online. 11. Oktober 2024, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  8. 1 2 【#ImpactASEAN】Kommaly Chanthavong of Mulberries Leads the Revival of Lao Silk Weaving and Craftsmanship. In: ASEAN-Japan Centre. 17. September 2024, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Chanthavong, Kommaly
KURZBESCHREIBUNG laotische Seidenweberin und Sozialunternehmerin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert