

Die Kommende Saint-André war eine Niederlassung des Deutschen Ordens innerhalb der Stadt Lüttich.
Begründet im Jahre 1254, gehörten zu ihr auch die Pfarreien Saint-André und Saint-Gangulphus, ebenso das Hospital Mère-Dieu, genannt Mostard, und der Beginenhof Hors-Chateau.
Der Komtur der zur Ballei Alden Biesen gehörigen Kommende war stets ein Priester des Ordens, welcher Grootpastor genannt wurde und ein Mitglied des Balleikapitels war. Er war gleichzeitig der geistliche Leiter der Balleipriester wie auch Pfarrer der Pfarreien von Saint André und St. Gangulphus.
Die Pfarrei Saint-André war eine der größten Pfarreien der Stadt und zählte in der Mitte des 17. Jahrhunderts 2250 Katholiken in 22 Straßen. Im 17. Jahrhundert übernahmen allerdings die Jesuiten den Gottesdienst in der Kirche Saint-André. Wesentlich kleiner war die Pfarrei Saint-Gangulphus, deren kaum über 100 Katholiken ein Unterpfarrer betreute.
Die Kommende war ein repräsentativer Bau, ihre Güter brachten jährlich an die 1000 Gulden ein. Sie wurde 1794 säkularisiert.