Komplexbebauung

Komplexbebauung ist ein spezifischer, großmaßstäblicher Stadtbaustein, der durch ein hohes Maß an Verdichtung geprägt ist und sich durch Maßstab, Oberfläche und Struktur klar von der umgebenden Stadtstruktur absetzt.

Geschichte

Komplexbebauungstypen entstanden in Westeuropa in den 1960er Jahren unter dem Einfluss der Parole „Urbanität durch Dichte“, die als Antwort auf die Kritik an den Großwohnsiedlungen der 1950er Jahre geprägt wurde. Im Gegensatz zum städtebaulichen Leitbild der gegliederten und aufgelockerten Stadt (Charta von Athen (CIAM)), die in der Nachkriegszeit Großwohnsiedlungen in Deutschland, Grands Ensembles in Frankreich oder New Towns in Großbritannien hervorbrachte, führte das Streben nach Verdichtung im Städtebau spätestens in den 1970er Jahren zu komplexeren Gebäudestrukturen. Schlagworte der Planungen von Komplexbebauungen waren neben Verdichtung auch Mischung, Flexibilität und Mehrzwecknutzung.

Definition

Eine Definition des Begriffs Komplexbebauung zeigt der Architekt Hanns Adrian in einem Artikel in der Zeitschrift „Stadtbauwelt“ von 1973 auf.

Differenzierungen

Die Entwicklung der Komplexbebauung wurde von unterschiedlichen Einflussfaktoren geprägt und führt zu unterschiedlichen Ausformulierungen dieses Gebäudetyps.

Eine spezifische Ausformulierung der Komplexbebauung ist der Großwohnkomplex, der die städtischen Funktionen von Wohnen, Verkehr, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit innerhalb einer Großstruktur verbindet, wobei der Schwerpunkt auf der Wohnnutzung liegt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Hanns Adrian, Marianne Adrian, Peter Zimmermann: Planung und Durchführung großer komplexer Bauvorhaben. In: Stadtbauwelt. Heft 39, 1973, S. 125.
  2. ↑ Karen Beckmann: Urbanität durch Dichte? Geschichte und Gegenwart der Großwohnkomplexe der 1970er Jahre (= Architekturen. Band 29). 1. Auflage. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3063-3, S. 177–178.