Gekuppelte Fenster

Gekuppelte Fenster am Campanile der Kathedrale San Martino in Lucca

Als gekuppeltes Fenster oder Koppelfenster bezeichnet man in der historischen Architektur eine nebeneinanderliegende und einander betont zugeordnete Folge von Fenstern. Um die engere Verbindung herzustellen, wird beim gekuppelten Fenster oder Portal der verbindende Mittelpfosten leichter oder als Säulchen ausgebildet als die normale Gewänderahmung. Die Kuppelung kann zusätzlich durch einen zusammenfassenden Überfangbogen (Entlastungsbogen) betont werden.

Begrifflich zu unterscheiden sind Fensterbänder der modernen Architektur, bei denen mehr als zwei Fenster schlicht horizontal oder vertikal gereiht sind. Auch zweiflügelige Fenster sind nicht gekuppelt, sondern lediglich durch einen senkrechten Stulp, der Teil eines beweglichen Flügelrahmens ist, getrennt.

Unterschiedliche Formen

Je nach Anzahl der Teilfenster unterscheidet man beim gekuppelten Fenster

Diese Begriffe werden auch verwendet, wenn anstatt eines Fensters ein Arkadenbogen unterteilt ist.

In der romanischen und gotischen Architektur, auch in frühen Renaissance­bauten, rahmte man gekuppelte Fenster gerne mit einer Blendarkade ein. Bei gotischen Triforien konnte das mittlere Fenster höher sein als die beiden seitlichen.

Variante

In Renaissance und Klassizismus finden sich auch Triforien aus einem mittleren Bogenfenster zwischen zwei Fenstern mit waagerechten Abschlüssen. Diese auch als Venezianisches Fenster (Serliana, Syrischer Bogen) bezeichnete Kombination wurde aus dem Motiv des Triumphbogens entwickelt.

Literatur

Commons: Mullions – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch (Memento des Originals vom 27. April 2026 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 8. April 2026), S. 206: gekuppelt.
  2. ↑ Hans Erich Kubach: Drillingsbogen. In: rdklabor.de. Abgerufen am 8. April 2026 (Abschrift des Drillingsbogen-Artikels aus dem Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. IV, 1955).