Dieser Artikel behandelt das Adelsgeschlecht Kospoth, für den Ort siehe Kospoda.
Wappen derer von Kospoth.
Kospoth ist der Name eines alten deutschen Adelsgeschlechts aus Thüringen, dessen Stammhaus Kospoda bei Neustadt an der Orla liegt. Der Name wechselt zwischen Kozzibate, Cozebode, Kossebode, Kossepot, Koßbod, Kospod, Cospot, Kospode und Kospoth, in Mecklenburg zu Kosboth.
Geschichte
Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich im Jahr 1216 mit Heinricus de Kuzebude und 1237 mit Meinhold von Kozinbude. Die Stammreihe beginnt 1425 mit dem preußischen Rittmeister und Fideikommissherrn Carl von Kospoth auf Schilbach und Seubtendorf. Die Familie verbreitete sich im Vogtland sowie nach Schlesien, Preußen und Mecklenburg.
Carl von Kospoth auf Schilbach (* 15. August 1736 in Schilbach; † 1. März 1799 in Halbau), erhielt den preußischen Grafenstand am 27. Juli 1776 in Berlin; ⚭ 10. Oktober 1776 Halbau mit Karoline Burggräfin und Gräfin zu Dohna-Lauck (* 5. Dezember 1758 Landsberg; † 30. Juli 1842 Halbau), Erbin von Halbau und Burau; sie werden erwähnt im Goethe-Briefwechsel.
Besitzungen
Das Geschlecht war in Thüringen auf Schilbach, Seubtendorf, Wölfis und Burgau ansässig. Im sächsischen Vogtland kamen 1764 Schloss Leubnitz und 1790 die Burg Mühltroff in den Besitz der Familie, infolge der Ehe des Grafen Otto Carl Erdmann von Kospoth mit Ottonia Eleonora Freiin von Bodenhausen. Sein Bruder Heinrich Wilhelm von Kospoth errichtete 1794 das spätbarocke Schloss Leubnitz, das sich bis zur Enteignung 1945 im Familienbesitz befand.
Das Stammwappen zeigt auf Blau drei silberne sechseckige Sterne, 2:1 gestellt. Auf dem Helm ein spitzer blauer Stulphut. Auf dem goldenen Knopf sind sieben schwarze Hahnenfedern gesteckt. In der silbernen Krempe stecken zwei silberne Reiherfedern. Die Helmdecken sind blau-silbern.
Das Wappen der Grafen Kospoth (von 1796) ist geviert und belegt mit einem goldenen Herzschild der einen goldgekrönten schwarzen Doppeladler zeigt. Die Teile eins und vier zeigen das Stammwappen, in Blau drei (2:1) silberne Sterne, die Teile drei und vier einen goldenen geharnischten Arm mit einem Türkensäbel; über dem Wappen drei Helme: auf dem rechten mit schwarz-goldenen Decken der Doppeladler, auf dem mittleren mit rechts schwarz-goldenen, links blau-silbernen Decken eine silber-gestülpte blaue Mütze, oben mit schwarzen, an der Seite mit silbernen Federn besteckt, auf dem linken mit schwarz-silbernen Decken der Arm mit dem Säbel.
Vorstand BMW Stiftung Herbert Quandt. Carl-August Graf von Kospoth. 2014.
Bekannte Namensträger
Friedrich von Kospoth (1569–1632), Hofrat, 1618 Geheimer Kammerrat, Direktor der Regierung in Weimar, Hofrichter in Weimar und Jena 1621, Stadthauptmann von Jena 1627
Landkammerrat(h) Beerend: Zur Genealogie Derer von Kospoth. In: Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. Jahrgang XX, Nr. 11, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heamanns Verlag-Selbstverlag, Berlin November 1889, S. 181–183.
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band VI, Band 91 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv-Walter von Hueck, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987, ISSN0435-2408
Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1879. Red.: Moritz Maria von Weittenhiller, Jahrgang 4, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien November 1878, S. 284 ff.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1903. Jahrgang 4, Justus Perthes, Gotha 1902, S.460 ff.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1919. Jahrgang 20, Justus Perthes, Gotha 1918, S.429 f. Int. Arch.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 39, Justus Perthes, Gotha 1939, S. 444 f. (Siehe FamilySearch/z. Zt. nicht einsehbar).
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 110, Justus Perthes, Gotha 1939.
Anton von Mach-Görbersdorf: Ueber den Namen von Kospoth und Kosboth. In: Paul von Roëll (Hrsg./Red.): Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Interessen des deutschen Adels beider Confessionen. Jahrgang II, №. 42, F. A. Günther & Sohn, Selbstverlag, Berlin, Sonntag, den 19. Oktober 1884, S. 512–513., Zum Autor: Anton von Mach (1791–1867). Vgl. DNB101444346
↑Otto Dobenecker: Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae. Band 1, Hrsg. Verein für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, Verlag Gustav Fischer, Jena 1896, Nr. 1348.
↑Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e. V. Dessau-Roßlau (Hrsg.): Rittergut Krompusch.
↑Harald Drös: Die Inschriften des Hohenlohekreises. Teil 1: Einleitung, Katalog der Inschriften. Verlag Reichert, Wiesbaden 2008, DNB991260872, S. 408. Rezension.
↑Siehe: Anton Ulbrich: Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die Zeit von 1685 bis 1725 mit Einleitung über die gotische Kunst und die Renaissancezeit. In: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Endes des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1, Verlag Gräfe und Unzer, Königsberg 1926.