Kosubordination bezeichnet eine Art der Satzverknüpfung (Nexus), die eine Zwischenstellung zwischen Koordination und Subordination einnimmt. Die Einführung dieses Begriffes wurde notwendig, da man in verschiedenen Papua-Sprachen Neuguineas, die das Phänomen der Switch-Reference („Schaltreferenz“) aufweisen, syntaktische Konstruktionen vorfand, die sich weder als Koordination noch als Subordination einstufen ließen.
Beispiele aus dem Kewa (Trans-Neuguinea-Sprachen, Papua-Neuguinea):
| Nipú | ípu-la | pare | ní | paalá | na-piá. |
| er | kommen-3.PERS.SING.PRÄS. | aber | ich | beunruhigt | nicht-sein:1.PERS.SING.PRÄS. |
| „Er kommt, aber ich bin nicht beunruhigt.“ |
- Die Koordination wird hier durch die Konjunktion pare realisiert.
| (Ní) | épo | lá-ri | épa-wa. |
| (ich) | Pfeifen | sagen-GLEICHES SUBJEKT | kommen-1.PERS.SING.PRÄT. |
| „Ich pfiff, als ich kam.“ |
- Das Suffix -ri bringt hier zum Ausdruck, dass das Subjekt des ersten Teilsatzes mit dem zweiten referenzidentisch ist; diese Verknüpfung ist jedoch schwächer subordinierend als die im folgenden Beispiel:
| (Ní) | épo | lá-lo-pulu | irikai | épa-lia. |
| (ich) | Pfeifen | sagen-1.PERS.SING.PRÄS.-KAUSAL | Hund | kommen-3.PERS.SING.FUTUR |
| „Weil ich pfeife, wird der Hund kommen.“ |
- Die Subordination wird hier durch das kausale Suffix -pulu realisiert.