Kremnij El

Aktuelles Logo von Kremnij El
Logo Halbleiterfabrik Brjansk
Integrierte Schaltung aus 1983 mit dem Logo der Halbleiterfabrik Brjansk
Hauptfriedhof Brjansk, im Hintergrund die Gebäude von Kremnij El

Kremnij El (Кремний ЭЛ, Silizium EL) ist ein russischer Halbleiterhersteller in Brjansk.

Geschichte

Die Halbleiterfabrik Brjansk (Брянский завод полупроводниковых БЗПП, Bryanskiy sawod poluprovodnikovykh BSPP) wurde im Jahre 1958 gegründet. Nach zweijähriger Vorbereitung wurden die ersten Transistoren produziert. 1968 wurde die Planartechnik eingeführt. 1969 entstand in Stawropol eine Zweigstelle; diese wurde später Elma (Элма) aus Selenograd zugeordnet. 1974 produzierte die Fabrik den 500-millionsten Transistor. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Unternehmen umstrukturiert; einige Unternehmensteile wurden zu Tochtergesellschaften und 1993 erfolgte die Umbenennung in Kremnij El.

Seit etwa 2010 erfuhr Kremnij El bedeutende staatliche Investitionen, da sich Russland unabhängiger von ausländischen Importen machen wollte. Etwa 90 % der Aufträge kommt über das russische Verteidigungsministerium. Die elektronischen Komponenten werden unter anderem verwendet für Raketensysteme 9K720 Iskander, Topol-M und Bulawa, Flugabwehrraketensysteme 96K6 Panzir, S-300, S-400 Triumf und S-500, Kalibr-Marschflugkörper, Kampfdrohnen, elektronische Kampfführung und Radartechnik. Im Jahre 2020 beschäftigte Kremnij El über 1700 Mitarbeiter.

Nach dem Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022 erließen verschiedene Staaten Sanktionen gegen Kremnij El.

Da Brjansk nur etwa 115 km von der ukrainischen Grenze liegt, griff die Ukraine Kremnij El, als wichtiger militärischer Zulieferer, bereits mehrfach an.

Der schwerste Angriff erfolgte am 10. März 2026, bei dem sieben Storm-Shadow-Marschflugkörper eingesetzt wurden. Dabei erlitt die Fabrik schwere Schäden; acht Menschen wurden getötet. Russische Vertreter verurteilten diesen Angriff scharf. Alexander Wassiljewitsch Bogomas, Gouverneur der Oblast Brjansk, bezeichnete den Angriff als „unmenschlichen Akt.“ Das russische Außenministerium stellte die Botschafter der Vereinigten Königreiches sowie Frankreichs ein und mutmaßte über die Mithilfe von Spezialisten der beiden Länder. Dmitri Sergejewitsch Peskow erklärte, die „spezielle Militäroperation“ wird durchgeführt um solche Aktionen zu verhindern.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Sergej Tichonow: Andere Firmen "B", "oboron-prom.ru"
  2. ↑ PJSC "Kremnij", group-kremny.ru
  3. ↑ History and Modernity of the Company, group-kremny.ru
  4. ↑ How Important for russian Defense Industry is the Kremniy EL Plant Locating Just in 110 km to Ukraine’s Border, defence-ua.com, 31. August 2023
  5. ↑ Roman Kohanets: Missile Strike Hits Bryansk Chip Plant Supplying Iskander and S‑400, "united24media.com", 10. März 2026
  6. ↑ Ukrainian Missile Attack on Bryansk Kills 7, Wounds Dozens More, The Moscow Times, 10. März 2026
  7. ↑ AO GRUPPA KREMNY EL, "opensanctions.org"
  8. ↑ Robyn Dixon: Drohnenangriff der Ukraine trifft Militäreinrichtung Russlands - mit gravierenden Folgen, Münchner Merkur, 1. September 2023
  9. ↑ Russian electronics plant reportedly on fire after drone strike in Bryansk, The Kyiv Independent, 19. Oktober 2024
  10. ↑ Natalia Yermak: Major Russian Microchip Factory Halts Production After Ukrainian Drone Strikes, The Moscow Times, 24. Januar 2025
  11. ↑ David L. Stern, Natalia Abbakumova: Ukraine zerstört Fabrik, die das „Gehirn“ russischer Raketen liefert, Frankfurter Rundschau, 13. März 2026
  12. ↑ Moscow Summons British and French Ambassadors Over Deadly Ukrainian Attack on Bryansk, The Moscow Times, 13. März 2026
  13. ↑ Sania Kozatskyi: Ukrainian Missile Strike Destroys Main Production Facility at Kremniy El Plant, "militarnyi.com", 11. März 2026
  14. ↑ Iryna Levytska: Seven hits: OSINT analysts reveal details of Storm Shadow attack on Russian plant, Ukrajinska Prawda, 11 März 2026
  15. ↑ Paulin Kola: Ukraine says it has hit Russian 'missile component' plant, British Broadcasting Corporation, 11. März 2026