Krosnowo

Krosnowo
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Krosnowo (Polen)
Krosnowo (Polen)
Krosnowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Borzytuchom
Geographische Lage: 54° 14′ N, 17° 22′ OKoordinaten: 54° 14′ 21″ N, 17° 21′ 32″ O
Einwohner: 204 (2021)

Krosnowo (deutsch Kroßnow) ist ein Dorf in der Gmina Borzytuchom im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, an der Słupia, etwa elf Kilometer nordnordwestlich der Stadt Bytów, 4,5 Kilometer nördlich des Kirchdorfs Borzytuchom und drei Kilometer nordwestlich des Dorfs Osieki.

Das Dorf befindet sich im Tal der Słupia. Links oberhalb des Dorfkerns mündet der Krosnowoer-Bach in die Słupia.

Geschichte

Dorfstraße (2022)

In einem Übergabe-Protokoll des Deutschen Ordens beim Pflegerwechsel des Jahres 1387 in Butow wird das Dorf Cruſſnow genannt. Aus dem Jahr 1628 ist die Ortsbezeichnung Croſsnou überliefert. Es ist vermutet worden, dass vergleichbaren Ortsnamen das polnische Wort krosno, für Webstuhl, zugrunde liegen könnte.

Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 hatte Kroßnow einen Freischulzen-Hof, zehn Bauernhöfe, einen Ketner (Kesselflicker) und eine Mühle, die vom Müller gepachtet war. Infolge des neuesten Kriegs war ein Bauernhof zerstört worden, und an Vieh waren im Dorf nur noch sechs Pferde, 18 Ochsen und acht Kühe vorhanden. Um 1782 hatte Kroßnow an landwirtschaftlichen Betrieben einen Freischulzen-Hof und zehn Bauernhöfe. Die Mühle, eine Wassermühle, war im Ortsteil Elisabethsthal und wurde vom Bütow-Bach angetrieben. Sie hatte die Einwohner von Kroßnow und drei Bauern aus Wusseken zu Zwangsmahlgästen.

Nachdem das alte Schulhaus baufällig geworden war, ließen die Landwirte des Dorfs im Jahr 1826 auf einem aus eigenen Mitteln angekauften Grundstück ein neues Schulgebäude mit einem mit Bäumen bepflanzten Schulhof sowie einem 1 ½ Morgen großen Garten für den Lehrer errichten. Die Schule für beide Geschlechter war einklassig und hatte um 1858 sechzig Schüler.

Im Jahr 1875 wurden Dorfstraßenplätze, die bisher zum fiskalischen Gutsbezirk des königlichen Domänen-Rentamts Bütow gehört hatten, in den Gemeindebezirk Kroßnow eingegliedert.

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 954,9 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Kathkow 63 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 66 Pferde, 271 Stück Rindvieh, 95 Schafe und 356 Stück Borstenvieh hielten.

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Kroßnow eine Flächengröße von 9,5 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 61 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen:

  1. Elisabethsthal
  2. Kroßnow

Um 1935 hatte Kroßnow unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen, eine Mühle und eine Schmiede.

Bis 1945 bildete Kroßnow eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kroßnow war dem Amtsbezirk Meddersin zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Meddersin.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Infolge des Krieges wurde der Ort Teil Polens und in Krosnowo umbenannt.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782–Dorf, mit einem Freischulzen-Hof, zehn Bauernhöfen, einem Kossäten, einem Schulmeister, einem Schmied, einem Freischulzen-Katen und zwanzig Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Borntuchen
1818140Dorf und Mühle, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Bütow gehörig
1825150Dorf, mit der Försterei Camenz und einer Wassermühle
1852376Dorf
1864445am 3. Dezember, Gemeindebezirk
1867442am 3. Dezember, Landgemeinde
1871438am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische
1885463am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische
1895391am 2. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische
1910420am 1. Dezember
1925393Landgemeinde, in 75 Haushaltungen, darunter 379 Evangelische und elf Katholiken
1933361
1939246
2011199
2021204

Kirche

In Kroßnow stellten bis etwa 1945 evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Borntuchen eingepfarrt. Das katholische Kirchspiel war in Bütow. Seit 1945 gehören die Dorfbewohner mehrheitlich der Römisch-katholischen Kirche in Polen an. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Commons: Krosnowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. 1 2 Główny Urząd Statystyczny, Ludność w miejscowościach statystycznych - NSP 2021, abgerufen am 12. Februar 2026
  2. ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 194–286 (Google Books).
  3. ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259 (Google Books).
  4. ↑ Gustav Hey: Die slavischen Siedelungen im Königreich Sachsen mit Erklärung ihrer Namen, Baensch, Dresden 1893, S. 254 (Google Books).
  5. ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 29, Nr. 19 (Google Books).
  6. 1 2 Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (13) (Google Books).
  7. ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1063, Ziffer (7) (Google Books)
  8. ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 31, Cöslin, 2. August 1826, S. 253, Bekanntmachung 207 (Google Books).
  9. ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 40, Ziffer 9 (Google Books).
  10. ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, Stück 17, Cöslin, 29. April 1875, S. 126, Ziffer 168 (Google Books)
  11. ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 25 (Google Books).
  12. 1 2 Die Gemeinde Kroßnow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  13. ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1059 (Google Books).
  14. ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 21, Ziffer 5430 (Google Books).
  15. ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 11 (Google Books).
  16. ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 696 (Google Books).
  17. ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 27 (Google Books).
  18. 1 2 Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 15 (Google Books).
  19. ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 192–193, Ziffer 25 (Google Books).
  20. ↑ Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 198–199, Ziffer 43 (Google Books).
  21. ↑ Kroßnow, Dorf, am Stolpe-Fluss, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kroßnow (meyersgaz.org).
  22. 1 2 Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  23. ↑ GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017