Stier (Mythologie)

Stiere sind aus der Mythologie verschiedener Weltgegenden bekannt.

Verbreitung

Kreta

Im minoischen Kreta existierte angeblich ein Stierkult.

Griechenland

Im mykenischen Schachtgrab IV wurde ein Gefäß in Stierkopfform gefunden wurde, dem eine Doppelaxt zwischen den Hörnern aus dem sonnenverzierten Schädel ragt. Im antiken Griechenland kommt ein mythologischer Himmelsstier vor. In der griechischen Herakles-Sage gelingt es dem Helden, den Stier zu zähmen.

Mitteldeutschland

Bestattungen von Rinderpaaren finden sich seit der jungsteinzeitlichen Kugelamphoren-Kultur oder der Havelländischen Kultur. Dies hängt vermutlich mit dem Beginn ihrer Nutzung als Zugtier zusammen. In denselben Horizont fallen die Rindergravierungen am Züschener und Warburger Galeriegrab der Wartberggruppe.

Vorderasien

In Vorderasien kommt ein Himmelsstier vor. Im Gilgamesch-Epos entsendet die vom sumerischen Helden-König verschmähte Liebesgöttin Ištar den Stier, um Gilgameš zu töten, doch wird er von diesem bezwungen. In der iranischen Mythologie wird die Erde von einem Stier getragen.

Ägypten

In Ägypten wurde Apis verehrt. Weiterhin sind Mnevis von Heliopolis und Buchis von Armant bekannt. Der ptolemäische Sarapis vereint Merkmale von Apis und Osiris. Er wurde auch in römischer Zeit verehrt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Herrmann Behrens, Die neolithisch-frühmetallzeitlichen Tierskelettfunde der Alten Welt. Studien zu ihrer Wesensdeutung und historischen Problematik. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle 19, 1964
  2. ↑ Manuel Sommer (Hrsg.), Der Hakim von Nischapur, Omar Chajjám und seine Rubaijat, nach alten und neuesten persischen Handschriftenfunden. Pressler, Wiesbaden 1974, S. 42 und 146