Stiere sind aus der Mythologie verschiedener Weltgegenden bekannt.
Im minoischen Kreta existierte angeblich ein Stierkult.
Im mykenischen Schachtgrab IV wurde ein Gefäß in Stierkopfform gefunden wurde, dem eine Doppelaxt zwischen den Hörnern aus dem sonnenverzierten Schädel ragt. Im antiken Griechenland kommt ein mythologischer Himmelsstier vor. In der griechischen Herakles-Sage gelingt es dem Helden, den Stier zu zähmen.
Bestattungen von Rinderpaaren finden sich seit der jungsteinzeitlichen Kugelamphoren-Kultur oder der Havelländischen Kultur. Dies hängt vermutlich mit dem Beginn ihrer Nutzung als Zugtier zusammen. In denselben Horizont fallen die Rindergravierungen am Züschener und Warburger Galeriegrab der Wartberggruppe.
In Vorderasien kommt ein Himmelsstier vor. Im Gilgamesch-Epos entsendet die vom sumerischen Helden-König verschmähte Liebesgöttin Ištar den Stier, um Gilgameš zu töten, doch wird er von diesem bezwungen. In der iranischen Mythologie wird die Erde von einem Stier getragen.
In Ägypten wurde Apis verehrt. Weiterhin sind Mnevis von Heliopolis und Buchis von Armant bekannt. Der ptolemäische Sarapis vereint Merkmale von Apis und Osiris. Er wurde auch in römischer Zeit verehrt.