Kumpel Anton

Kumpel Anton ist ein fiktiver Charakter des Autors Wilhelm Herbert Koch. Er erlangte als Prototyp des Bergmanns Kultstatus im gesamten Ruhrgebiet.

Geschichte

Am 4. Dezember 1954 druckte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung erstmals die Glosse Kumpel Anton ihres Sportredakteurs Wilhelm H. Koch in der Wochenendausgabe. Dabei wurden die Texte vom Maler, Grafiker und Illustrator Otto Berenbrock bildlich umgesetzt. Bis zu Antons „Pensionierung“ wurden etwa 1.400 Geschichten über ihn in der WAZ abgedruckt. Seit 1955 wurden sie in mehreren Büchern zusammengefasst. Spätestens 1967 hatte er seine Position als eigenständige Marke im Ruhrgebiet eingenommen.

Sprache

Die Sprache ist ein Konglomerat aus verschiedenen Dialekten. Sie erhält einen zusätzlichen Humor dadurch, dass sie in der Glosse so geschrieben wird, wie sie gesprochen klingt. So werden zum Beispiel Endungen auf „-ben“ zu „-m“ oder „-mm“, wobei der vorangehende Vokal verlängert wird, Endungen auf „-s“ oder „-ss“ zu „-tt“ (vor allem „Was“ und „Das“ zu „Watt“ und „Datt“). Das Ruhrdeutsche ist zusätzlich mit Bildern, Metaphern und Lautmalereien aus verschiedenen anderen Sprachen angereichert: „Kappes“ (Kölsch), „jottwedee“ (Berlinerisch), „stickum sein“ (Jiddisch), „Lamäng“ (Französisch).

Aufbau der Glosse

Die Glosse beginnt mit einer Eingangsfrage, auf der sich ein Gespräch aufbaut. Am Ende kommt sie wieder auf ihren Ausgangspunkt zurück.

Personen

Folgende Personen treten in den Geschichten auf:

Anton: Bergmann, Angesprochener und das handelnde Ich in den Geschichten.

„Anton war pfiffig, kreativ und bodenständig, anti-elitär, das Gegenteil von einem Helden…“

– Dagmar Kift

Emil (Ämmil) Cervinski: Ebenfalls Bergmann, Kollege von Anton und Fragesteller zu Beginn des Gesprächs. Sein Nachname ist für das Ruhrgebiet typisch, da dessen Endung „-ski“ darauf hindeutet, dass er polnische Vorfahren hat.

Folgende Personen und Orte werden in den Geschichten außerdem genannt: Taubenvater Jupp (Taumvatters Jupp), Maschinensteiger Willms, Erna (Ääna), Hans (Hänsken) Grabowski, Tante Martha (Matta), Karl (Kaal) Backhaus und dessen Verlobte, Herr Szepanek (Szeppannek), Werner (Wärner), Adolf Graf (Graf Adolf), Hetti, Herr Roschmanns Sohn

Literatur

Literatur von und über Kumpel Anton:

Tonträger

Schallplatten und Hörbuch mit Kumpel Anton:

Einzelnachweise

  1. ↑ Blitzer, Dirk. Kumpel Antons erste Schicht (Memento vom 7. März 2017 im Internet Archive). Geschichte NRW – Chronik (1954), abgerufen am 1. März 2017.
  2. ↑ Der Spiegel 16/1967. Kumpel Antons Ende. S. 73–84.
  3. ↑ Jens Dirksen: Barbara, Kumpel Anton und der Beat. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 25. Februar 2016, abgerufen am 2. Mai 2025.