Kurt Karl Doberer

Kurt Karl Doberer (* 11. September 1904 in Nürnberg; † 20. August 1993 ebenda) war ein deutscher Ingenieur, Journalist, Schriftsteller und Philatelist.

Leben

Kurt Karl Doberer war der Sohn eines Angestellten. Er besuchte die Realschule und studierte von 1924 bis 1927 Maschinenbau an der Höheren Technischen Staatslehranstalt in Nürnberg. Anschließend war er als Überwachungsingenieur bei den Nürnberger Siemens-Schuckert-Werken tätig. Studienreisen führten ihn in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Bereits 1926 erschien seine erste SF-Story Wunder im Mond. Doberer gehörte ab 1927 der SPD an. 1931/32 studierte er Publizistik am Institut für Zeitungskunde der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg, 1932/33 am Seminar für Zeitungswissenschaft der Hochschule für Politik in Berlin; während dieser Zeit war er Mitglied der Sozialistischen Studentenschaft und Leiter der „Akademischen Legion“ innerhalb des sozialdemokratischen „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“, mit dem er 1933 noch eine Regierung Hitler zu verhindern versuchte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo emigrierte Doberer Ende 1933 in die Tschechoslowakei.

Doberer, der bereits seit 1926 häufig Beiträge für die sozialdemokratische Presse geliefert hatte, hielt sich während seines Aufenthalts in Prag weiter mit journalistischen Arbeiten, auch für die deutsche Exilpresse, über Wasser. Sein 1928 in der Fränkischen Tagespost in Fortsetzungen erschienener erster Roman Pioniere wurde 1934 in Prag als Die Rakete neu aufgelegt. In den Dreißigerjahren verfasste er politische Gedichte sowie weitere utopisch-technische Erzählungen und Romane, von denen die antifaschistische Utopie „Republik Nordpol“ am bekanntesten wurde. In diesem Roman verweigert die Mannschaft eines Panzerkreuzers der braunen Obrigkeit den Gehorsam, flüchtet erfolgreich durch die Weltmeere und gründet am Nordpol eine freie Republik. Daneben entstanden auch spekulative Sachbücher über zukünftige Entwicklungen der Kriegswaffentechnik. 1938 gelang es ihm mit Unterstützung des tschechischen PEN, nach Großbritannien zu emigrieren. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er auf der Isle of Man interniert. 1941/42 wirkte er am Programm der BBC mit; ab 1942 war er Mitglied und Sekretär des deutschsprachigen PEN-Zentrums in London.

1949 kehrte Doberer aus der Emigration nach Nürnberg zurück. In der Folgezeit lieferte er wiederum zahlreiche Beiträge für deutsche Zeitungen und veröffentlichte auch einige belletristische Werke und Sachbücher. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag allerdings seit den Sechzigerjahren auf dem Gebiet der Philatelie: Doberer war geprüfter und vereidigter Sachverständiger für klassische altdeutsche Briefmarken und verfasste zahlreiche Bücher für Briefmarkensammler. Als Autor mit einem Faible für die technische Utopie, die bei ihm häufig durchaus kritische Züge trägt, und den Orient war Doberer bereits lange vor seinem Tod in Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten. Er war Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).

Auszeichnungen

Werke

Autor

Aufsätze in deutschen Exilzeitschriften 1933–1945
Lyrik
Fünf seiner Gedichte sind in dem Science-Fiction-Romanheft Terra Nova Nr. 102 (Jeff Sutton: Der Mann, der aus der Zukunft kam) erschienen. Moewig Verlag, München 1969, DNB 458321133.
Prosa
Sachbücher

Bearbeiter

Herausgeber

Übersetzer

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitglieder-Verzeichnis 1954. Hoppenstedts Wirtschaftsverlag GmbH, Essen 1954, S. 129.
  2. ↑ Liste der Träger des Bundesverdienstordens (Bundespräsidialamt)
Personendaten
NAME Doberer, Kurt Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Ingenieur, Journalist, Schriftsteller und Philatelist
GEBURTSDATUM 11. September 1904
GEBURTSORT Nürnberg
STERBEDATUM 20. August 1993
STERBEORT Nürnberg