Kurt Eilles

Kurt Eilles

Kurt Eugen Eilles (* 20. April 1913 in München; † Oktober 1960 ebenda) war ein deutscher Politiker der Bayernpartei.

Leben

Kurt Eilles wurde am 20. April 1913 in München als Sohn des Reichsgerichtsrats Josef Eilles und der Therese Bergeat geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in München und Leipzig und wurde Rechtsanwalt. 1942 heiratete er Lotte Schmitt. Ebnet war ab deren Gründung 1946 ein Mitglied der Bayernpartei. Ab 1951 war er Prozessbevollmächtigter für die Partei, vor allem für den Vorsitzenden Joseph Baumgartner.

Nach dem Zustandekommen der Viererkoalition unter Wilhelm Hoegner erhielt Eilles im Kabinett Hoegner II von der Bayernpartei den Posten des Staatssekretärs im bayerischen Justizministerium. Das Amt trat er am 14. Dezember 1954 an. Ab dem 15. Dezember 1954 war er zudem stellvertretendes Mitglied des Bundesrates.

Zusammen mit anderen Politikern von CSU und BHE und Bayernpartei unterzeichnete Kurt Eilles am 27. September 1957 einen Vorvertrag für einen Koalitionsvertrag zur Bildung einer neuen Staatsregierung aus diesen Parteien. Stattdessen kam es zu einer Koalition aus CSU, BHE und FDP. Mit der Regierungsübernahme durch das Kabinett Seidel I schied Eilles am 16. Oktober 1957 aus dem Amt des Staatssekretärs und aus dem Bundesrat aus.

Ab 1957 arbeitete er wieder als freier Anwalt. Er führte einen Doktorgrad.

Eilles war ein Gegner der Inszenierungen von Wieland Wagner bei den Bayreuther Festspielen und trat aus Protest gegen dessen Neuinszenierung der Oper Die Meistersinger von Nürnberg 1956 aus der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth aus. Er starb 1960 in seiner Münchner Wohnung an einer Leuchtgasvergiftung und wurde auf dem Ostfriedhof begraben.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Horst Kliemann, Stephen Taylor (Hrsg.): Who’s Who in Germany. Band 1. Intercontinental Book and Publishing Company, 1956, S. 275 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  2. 1 2 3 4 5 6 Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera Verlag, München 2016, ISBN 978-3-86906-744-5, S. 167 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  3. ↑ Alf Mintzel: Die Bayernpartei. In: Richard Stöss (Hrsg.): Parteien-Handbuch: Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Sonderausgabe Band 1: AUD bis CDU (= Schriften des Zentralinstituts fiir sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin. Band 38). Springer Fachmedien, Wiesbaden 1986, ISBN 3-663-14349-X, S. 458, doi:10.1007/978-3-663-14349-9_6, urn:nbn:de:1111-201307311540 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  4. ↑ Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. Begründet von Max Spindler. 2. vollständig überarbeitete Auflage. Band 4: Das neue Bayern. Von 1800 bis zur Gegenwart. 1. Teilband: Staat und Politik. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50451-5.
  5. 1 2 Kurt Eilles in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek.
  6. 1 2 3 Helmut Herles: Das Parlament der Regierenden: 40 Jahre Bundesrat. Bonn Aktuell, Stuttgart 1989, ISBN 3-87959-380-9, S. 642 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  7. ↑ Walter Becher: Zeitzeuge: Ein Lebensbericht. Langen-Müller, München 1990, ISBN 3-7844-2296-9, S. 232 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  8. ↑ Wilhelm Hoegner: Der schwierige Aussenseiter: Erinnerungen eines Abgeordneten, Emigranten und Ministerpräsidenten. Isar Verlag, München 1959, DNB 452045959, S. 335 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  9. 1 2 In memoriam: Kurt Eilles. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1960, S. 99 (online [Memento vom 30. Januar 2016 im Internet Archive] [abgerufen am 15. November 2016]).
  10. ↑ Helmut Grosse, Norbert Götz: Die Meistersinger und Richard Wagner: Die Rezeptionsgeschichte einer Oper von 1868 bis heute. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1981, S. 326 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
  11. ↑ Eva Rieger: Friedelind Wagner: Die rebellische Enkelin Richard Wagners. 2. Auflage. Piper Verlag, München 2012, ISBN 978-3-492-95868-4, urn:nbn:de:101:1-201210268519 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. September 2024]).
Personendaten
NAME Eilles, Kurt
ALTERNATIVNAMEN Eilles, Kurt Eugen (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (Bayernpartei)
GEBURTSDATUM 20. April 1913
GEBURTSORT München
STERBEDATUM Oktober 1960
STERBEORT München